netzeitung.deGewerkschaften bieten selbst zu wenig Ausbildungsplätze

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DGB-Chef Michael Sommer (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe DGB-Chef Michael Sommer
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe würde die Gewerkschaften und die SPD teuer zu stehen kommen: Das Lehrstellenangebot liegt weit unter der von Regierung und Gewerkschaft geforderten Quote.

Die deutschen Gewerkschaften müssen hohe Strafzahlungen leisten, sollte die Ausbildungsplatzabgabe Realität werden. Wie der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, am Freitag einräumte, müsste allein seine Organisation 100.000 Euro in den Ausbildungstopf zahlen.
IG Metall mit höchster Ausbildungsquote
So bot beispielsweise die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di im vergangenen Jahr lediglich zwölf Ausbildungsplätze an. Das entspricht bei 4100 Beschäftigtenzahl einer Quote von 0,29 Prozent. Das berechnete der DGB. Mit 266 Mitarbeitern und drei Lehrstellen erreichte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine Quote von 1,13 Prozent bei. Bei der IG Metall lag sie dagegen bei 2,15 Prozent. Damit belegte die Arbeitnehmervertretung mit ihren Ausbildungsangebot den ersten Rang unter den Organisationen.
Ausbildungsquote bei SPD ebenfalls zu gering
Auch die SPD bietet zu wenig Ausbildungsplätze an. In den SPD-geführten Unternehmen betrage die Quote lediglich 3,6 Prozent, berichtete die ARD-Sendung «Bericht aus Berlin» am Freitag. Die Bundesregierung fordert jedoch von der Wirtschaft eine Ausbildungsquote von sieben Prozent. Um keine Ausbildungsplatzabgabe zu zahlen, müsste die SPD die Zahl ihrer Lehrstellen verdoppeln.

In der Auseinandersetzung um die geplante Ausbildungsumlage hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Freitag angekündigt, die Umsetzung des von ihm vorgeschlagenen Ausbildungspaktes in der kommenden Woche zu starten. Die Gewerkschaften lehnen den Ausbildungspakt allerdings ab: «Wir bestehen auf einer gesetzlichen Regelung», sagte IG Metall-Sprecher Georgios Arwanitidis dem «Tagesspiegel» vom Freitag. (nz)