16.11.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Besser das Geld in den Sparstrumpf stecken?
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zu krisenanfällig, wenig Rendite und Mehrbelastungen für Arbeitnehmer: Makroökonomen lassen kein gutes Haar an der Riester-Rente. Auch für die Wirtschaft sei das Projekt ein Flop, urteilt die Hans-Böckler-Stiftung.
Die Riester-Rente lohnt sich laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung weder für die Arbeitnehmer noch für die Gesamtwirtschaft. Die Finanzierung der höheren Kosten für Rente, Pflege und Gesundheit lasse sich durch einen Übergang zu einem kapitalgedeckten Rentensystem auch nicht besser bewältigen als im traditionellen Umlagesystem, heißt es in einer am Montag in Düsseldorf vorgestellten Untersuchung des Instituts für Makroökonomie der Stiftung.
Längerfristig seien mit der Kapitaldeckung keine höheren Renditen zu erzielen. Zudem sei das System weitaus anfälliger für weltwirtschaftliche Krisen, heißt es in der Studie. Laut den Berechnungen werden die Arbeitnehmer bis zum Jahr 2030 durch die Riester-Rente auch stärker belastet. Der Prognose zufolge müssten Arbeitnehmer mit der Riester-Rente dann vier Prozent ihres Einkommens für die private Vorsorge und elf Prozent als hälftigen Beitragssatz aufwenden, insgesamt also 15 Prozent ihres Bruttolohns. Ohne die Rentenreformen müssten die Arbeitnehmer nur einen hälftigen Beitragssatz von 12,5 Prozent einzahlen, schreiben die Forscher.
Auch gesamtwirtschaftlich wirke sich die Riester-Rente eher negativ aus, heißt es in der Studie. Im Zuge der Rentenreformen sei die Sparquote der privaten Haushalte zwischen 2002 und 2007 um knapp einen Prozentpunkt angestiegen. Dagegen sei der Konsum der Haushalte um 1,5 Prozent gesunken. Unternehmen investierten den Angaben nach auch nicht mehr als vorher. Dies habe die Wirtschaftsleistung innerhalb von sechs Jahren real um fast ein Prozent und das Beschäftigungsniveau um gut ein halbes Prozent gedämpft, schreiben die Autoren der Studie. (dpa/nz)