Folgen der Wirtschaftskrise:
Rückschlag bei deutschen Exporten
09.10.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Stehen selten still: Verladekräne im Hamburger Hafen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Deutsche Wirtschaft kann sich wohl bald nicht mehr Exportweltmeister nennen, denn es wurde im August weniger in andere Länder verschickt als im Vormonat. Analysten sehen darin allerdings keinen Trend.
Die weltweite Wirtschaftskrise belastet weiter die deutschen Exporte. Im August sanken die Ausfuhren zum ersten Mal seit vier Monaten wieder im Vergleich zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Deutsche Firmen exportierten Waren im Wert von 60,4 Milliarden Euro, das waren 1,8 Prozent weniger als im Juli. Wie stark die Krise die Exportwirtschaft lähmt, zeigt der Vergleich zum Vorjahr. Weil die Nachfrage aus aller Welt eingebrochen ist, lagen die Ausfuhren um 20 Prozent unter dem Ergebnis vom August 2008. Die Einfuhren gingen fast genauso stark zurück.
Im Mai waren die Ausfuhren im Vormonatsvergleich noch um 0,4 Prozent gestiegen, im Juni um 6,4 und im Juli um 1,7 Prozent. Die Importe lagen den Angaben zufolge im August 19,3 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, im Vergleich zum Vormonat ergab sich dagegen ein Plus von 1,1 Prozent. Im August wurden von Deutschland Waren im Wert von 60,4 Milliarden Euro ausgeführt und Güter im Wert von 52,2 Milliarden Euro eingeführt, wie das Bundesamt berichtete. Die Außenhandelsbilanz schloss demnach mit einem Überschuss von 8,1 Milliarden Euro ab. Im August 2008 hatte der Außenhandelsbilanzüberschuss noch 10,8 Milliarden Euro betragen.
Analysten vermuten statistischen Ausreißer Analysten werteten den unerwarteten Rückschlag beim Export als «statistischen Ausreißer». Die aktuellen Zahlen seien «enttäuschend und passen nicht in das allgemeine Bild», erklärten die Ökonomen von UniCredit. Es habe ein ähnliches Phänomen schon im Mai gegeben, wo ebenfalls die guten Auslandsverkäufe der Industrie sich erst einen Monat verspätet in der Exportstatistik niedergeschlagen hätten. Deshalb erwarte UniCredit für September ein Exportplus von mindestens drei Prozent.
Von Januar bis August lagen die deutschen Exporte bei 522,1 Milliarden Euro, 22,3 Prozent weniger als die 672,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Deutschland könnte angesichts dieser Entwicklung noch in diesem Jahr den Titel «Exportweltmeister» an China verlieren, wie der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, erst am Mittwoch in Berlin erklärte. 2008 habe Deutschland den Titel mit Ausfuhren von knapp 1 Billion Euro noch behauptet. Im ersten Halbjahr 2009 habe jedoch nach vorläufigen Ergebnissen China bereits an der ersten Stelle gelegen. (dpa/AP)