Drastischer Anstieg der Arbeitslosigkeit befürchtet: 

netzeitung.deOECD rät zur Konzentration auf Arbeitsmarkt

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Die OECD geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit die 12-Prozent-Marke reißen könnte. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die OECD geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit die 12-Prozent-Marke reißen könnte.
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Ökonomen der OECD sehen weltweit erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung und raten von weiteren Konjunkturprogrammen ab. Weit pessimistischer sind dagegen die Aussichten für den deutschen Arbeitsmarkt.

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind laut OECD in den vergangenen Monaten noch trüber geworden. Für das laufende Jahr prognostiziert die Organisation für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) einen Einbruch um 6,1 Prozent, das ist knapp ein Punkt mehr als im März. Allerdings sieht die Organisation erste Anzeichen einer Erholung: In 2010 soll das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 0,2 Prozent wachsen, wie es in dem am Mittwoch in Paris vorgelegten neuen Wirtschaftsausblick heißt.

Pessimistisch sind dagegen die Aussichten für die Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote werde sich aber der Zwölf-Prozent-Marke nähern, prognostizieren die Fachleute. Für Ende 2010 rechnet die OECD mit einer Arbeitslosenquote von 11,8 Prozent. Das entspricht 5,1 Millionen Menschen ohne Job.

Der Anstieg der Stundenlöhne werde durch die deutliche Verringerung der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden mehr als aufgewogen, heißt es weiter. Die Unternehmen hätten ihr Arbeitsvolumen durch Arbeitszeitverkürzungen bereits deutlich gesenkt. «Die Bundesregierung sollte sich jetzt auf die Arbeitsmarktpolitik konzentrieren», kommentierte OECD- Deutschland-Experte Felix Hüfner.

Ende der Rezession noch in diesem Jahr
Auch in anderen Staaten sehen die Prognosen für die Beschäftigung nicht viel besser aus. Die USA müssen im kommenden Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 10,1 Prozent rechnen. In der Eurozone wird sogar ein Schnitt von 12 Prozent erwartet.

Deutlich positiver geben sich die Experten mit Blick auf die Wirtschaftsleistung. Im Vergleich zum vorherigen Wirtschaftsausblick hat die OECD die Konjunkturaussichten teilweise deutlich nach oben korrigiert - erstmalig seit Juni 2007. Die USA und Japan können bereits im dritten Quartal dieses Jahres mit einem Ende der Rezession rechnen. Für die Vereinigten Staaten prognostizieren die Ökonomen jetzt einen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr 2009 um 2,8 Prozent. Die vorherige Schätzung aus dem März hatte mit minus 4,0 Prozent deutlich schlechter ausgesehen.

Den deutschen Politikern raten die Experten zur Zurückhaltung: «Wir würden in Deutschland keine Notwendigkeit sehen, neue Konjunkturprogramme aufzulegen», sagte OECD-Fachmann Andreas Wörgötter. Wegen der teuren Konjunkturprogramme, steigender Kosten für die Arbeitslosigkeit und dem Wegfall von Steuereinnahmen droht jetzt allerdings Ärger mit Brüssel. «Wir erwarten für Deutschland ein Budgetdefizit von 3,7 Prozent in diesem Jahr und von 6,2 Prozent im nächsten Jahr», sagte OECD-Experte Hüfner. Nach den Maastrichter EU- Stabilitätskriterien darf die Summe aller neu aufgenommenen Schulden eines EU-Staates eigentlich nicht größer sein als drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes. (AP/dpa/nz)