26.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Im Supermarkt bleiben die Preise relativ konstant
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Teuerungsrate sinkt immer weiter. Manche Wirtschaftswissenschaftler fürchten eine Deflation. Deshalb müsse der Staat nun schnell handeln - und die Steuern senken.
Nach dem drastischen Rückgang der Ölpreise ist die Inflation im November auf den niedrigsten Stand seit knapp zwei Jahren gefallen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, werden sich die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat voraussichtlich um nur noch 1,4 Prozent erhöhen. Seit Juli schwächt sich der Preisauftrieb ab, damals hatte er noch bei 3,3 Prozent gelegen.
Der Direktor des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI), Thomas Straubhaar, warnte bereits vor einer Deflation. Die vorläufigen Angaben beruhen auf Zahlen aus sechs Bundesländern, bestätigen sich aber in der Regel in der bundesweiten Statistik. Zuletzt hatte die Jahresteuerung im Dezember 2006 bei 1,4 Prozent gelegen.
Die Statistiker weisen allerdings darauf hin, dass für den November des Vorjahres außergewöhnlich hohe Preisanstiege ermittelt wurden. Dies wirke jetzt zusätzlich dämpfend auf die aktuelle Teuerungsrate. Im Vergleich zum Vormonat sank der Index um 0,5 Prozent.
Vor allem wegen des ÖlsDie stark rückläufige Inflationsrate ist dem Bundesamt zufolge vor allem auf den Preisrückgang bei Mineralölprodukten zurückzuführen. In den sechs Ländern waren Kraftstoffe zwischen 8,1 Prozent und 10,0 Prozent billiger als im Oktober 2008. Gegenüber dem Vorjahr fielen die Kraftstoffpreise sogar um 11,8 Prozent bis 14,5 Prozent. Die Preise für Heizöl gingen im Vormonatsvergleich um 5,1 Prozent bis 13,0 Prozent zurück und lagen meist unter dem Stand von November 2007 (minus 6,1 Prozent bis plus 0,9 Prozent).
Der Direktor des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI) warnte angesichts schwacher Konjunktur und sinkender Inflation vor einer drohenden Deflation. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP forderte er, der Staat müsse sehr schnell die Steuern senken, um die Menschen zu mehr Konsum zu veranlassen.
Deflation schwieriger als InflationEine Deflation sei viel schwieriger in den Griff zu bekommen als eine Inflation, da die Leitzinsen ja praktisch nicht unter 0 gesenkt werden könnten. Dass die Europäische Zentralbank Preisstabilität als eine Teuerungsrate knapp unter 2 Prozent definiere, solle eine rechtzeitige Warnung vor einer Deflation ermöglichen.
In Nordrhein-Westfalen erreichte die Jahresteuerung mit 1,1 Prozent den niedrigsten Stand seit Dezember 2006, wie das Statistische Landesamt in Düsseldorf mitteilte. Der Verfall des Ölpreises drückte auch in Hessen die Inflationsrate, die Verbraucherpreise lagen dem Landesamt in Wiesbaden zufolge im November nur noch um 1,0 Prozent höher als vor einem Jahr. Eine so niedrige Teuerung sei zuletzt im Oktober 2006 gemessen worden.
Das Landesamt in Rheinland-Pfalz verzeichnete für den November ein Plus von 1,2 Prozent, was der niedrigste Stand seit November 2006 sei. In Baden-Württember lag die Teuerung bei 1,6 Prozent. In Bayern betrug die Preissteigerung im Vergleich zum Vorjahresmonat 1,5 Prozent. Im Oktober hatte sie im Freistaat noch bei 2,7 Prozent gelegen. (AP)