Gigantische Aktion der US-Notenbank: 

netzeitung.de800 Milliarden Dollar für faule Kredite

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Die US-Notenbank muss immer neue Hilfsprogramme auflegen (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die US-Notenbank muss immer neue Hilfsprogramme auflegen
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Mit dem neuen Hilfspaket will die US-Notenbank den Markt für Hypotheken stabilisieren. An den Börsen wurde die Nachricht überaus positiv aufgenommen.

Die US-Notenbank Fed kämpft mit weiteren 800 Milliarden Dollar gegen die Finanzkrise. Wie die Fed am Dienstag in Washington mitteilte, übernimmt sie für insgesamt 600 Milliarden Dollar problematische Immobilienkredite und verbriefte Hypotheken von Banken und Investoren. Weitere 200 Milliarden Dollar sind vorgesehen, um den Markt für Kreditkartendarlehen, Autokredite und Studienkredite zu stützen, die in der Folge der Finanzmarktkrise nur noch schwer erhältlich sind.

Unterdessen schrumpfte die US-Wirtschaft stärker als erwartet. Nach Angaben des US-Handelsministeriums sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September um 0,5 Prozent, so stark wie seit Herbst 2001 nicht mehr. In ersten Schätzungen war das Ministerium von minus 0,3 Prozent ausgegangen. Ursache war ein dramatischer Rückgang der privaten Konsumausgaben, die den stärksten Einbruch seit 28 Jahren verzeichneten.

Fed will Verfügbarkeit von Hypothekendarlehen verbessern
Die Fed übernimmt von den unter staatliche Zwangsverwaltung gestellten Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac sowie von den Federal Home Loan Banken direkt Kreditverträge für 100 Milliarden Dollar. Für 500 Milliarden Dollar will die Notenbank in den nächsten Monaten zudem jene zu Wertpapieren verbrieften Bündel von mitunter zweifelhaften Hypotheken von Investoren zurückkaufen, die Auslöser der aktuellen Krise waren.

Mit dem 600-Milliarden-Paket wolle sie die Preise für Baukredite senken und die Verfügbarkeit von Hypothekendarlehen verbessern. Dieses Ziel verfolgt auch die Stützung des Markts für Verbraucherkredite. Die Fed will für 200 Milliarden Dollar Kreditbriefe übernehmen, die mit Forderungen gegen Kreditkartenschuldner, Autokäufer und andere Verbraucherdarlehen besichert sind.

Nach dem Einbruch der Immobilienmärkte in den USA gelten auch Kreditkartenforderungen als potenziell gefährdet. Die Notenbank erklärte, mit ihrem Eingreifen wolle sie die Verbraucherzinsen senken und die Verfügbarkeit vom Konsumentenkredite verbessern.

Freude an den Börsen
Die US-Börsen reagierten überaus positiv auf das Programm der Fed. Der Leitindex Dow Jones (DJIA) gewann im frühen Handel 1,23 Prozent auf 8.547,49 Punkte. Profiteure der Fed-Maßnahme waren insbesondere die Banken.

Der Euro machte am Dienstag nach der Ankündigung Fed einen Kurssprung und stieg über die Marke von 1,30 US- Dollar. In der Spitze kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,3080 Dollar und damit rund zwei Cent mehr als am Morgen. Bis zum späten Nachmittag ermäßigte sich der Eurokurs leicht auf 1,3010 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,2811 (Montag: 1,2773) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,7806 (0,7829) Euro. (AP/dpa)