Die jüngsten Daten zu den US-Ölreserven werten Fachleute ebenfalls als Hinweis für den Rückgang der Nachfrage nach Rohöl. In der größten Volkswirtschaft der Welt waren die Lagerbestände an Rohöl und Benzin zuletzt gestiegen. Hinzu kämen die Probleme der Autoindustrie. Vor dem Hintergrund der rasanten Talfahrt am Ölmarkt verdichten sich die Hinweise auf eine weitere Kürzung der Fördermenge durch die Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Der amtierende Opec-Präsident Chakib Khelil hatte zuletzt gesagt, dass die Mitgliedsstaaten des Kartells keine andere Wahl hätten, als weitere Fördermengenkürzungen umzusetzen. Nur so könne der Ölpreis künftig in der Spanne zwischen 70 und 90 Dollar pro Barrel gehalten werden. Für Deka-Bank-Rohstoffexpertin Dora Borbély ist eine offizielle Quotendrosselung bis Ende des Jahres um insgesamt zwei Millionen Barrel pro Tag «durchaus realistisch».
Auch der Preis für Opec-Rohöl ist weiter gesunken. Ein Barrel aus den Fördergebieten des Kartells habe am Mittwoch 45,89 Dollar gekostet, teilte das OPEC-Sekretariat am Donnerstag in Wien mit. Das waren 0,66 Dollar weniger als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Mitgliedsländer. (dpa)