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Gemeinsam gegen die Krise: 

Weltfinanzgipfel: Teilnehmer und Ziele

12. Nov 2008 10:05
Weißes Haus in Washington
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Am Wochenende blickt die Welt gespannt nach Washington: Angesichts der Wirtschaftskrise sind die Erwartungen an den Weltfinanzgipfel hoch. Eine Übersicht über Teilnehmer und Ziele.

Nach dem historischen Finanzgipfel in Bretton Woods vor 64 Jahren soll der G20-Weltfinanzgipfel in Washington ähnlich Revolutionäres anstoßen: Die Teilnehmer wollen einen Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbaren, die eine Finanzkrise, die die ganze Welt in die Rezession treibt, in Zukunft verhindern soll. Die G20 vertreten dabei rund 85 Prozent der Wirtschaftskraft in der Welt.

US-Präsident George W. Bush will Reformmaßnahmen für eine bessere Überwachung der Finanzmärkte erörtern, damit es nie wieder zu einer Krise dieses Ausmaßes kommen könne. Die Europäer erwarten ein klares Mandat und einen Zeitplan für weitere weltweite Verhandlungen.

Teilnehmer

Die G20 steht für einen Zusammenschluss von Finanzministern und Zentralbank-Präsidenten. Hier sind im Gegensatz zur G8 (USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Russland) auch Schwellenländer vertreten. Das Forum wurde 1999 als Reaktion auf die Finanzkrisen in Asien, Brasilien und Russland gegründet.

Zusätzlich zu den G8-Ländern gehören dazu: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei sowie die EU. Spanien darf – obwohl es nicht Mitglied der G20 ist – teilnehmen, weil Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero die Erfahrungen Spaniens bei der Regulierung des Bankensystems einbringen soll. Die spanischen Geldinstitute sind laut Zapatero angesichts strikter Kontrollen bislang weitgehend von der weltweiten Finanzkrise verschont geblieben.

Ziele

Die EU pocht wegen dramatischer Börseneinbrüche und Bankenpleiten darauf, dass Finanz-Institute und -Märkte überall auf der Welt reguliert oder zumindest beaufsichtigt werden – Steueroasen sollen nach Möglichkeit ausgetrocknet werden und der Finanzmarkt insgesamt transparenter werden. Kein Finanzinstitut, kein Markt und keine Gesetzgebung darf künftig «verhältnismäßiger und angemessener Regulierung oder zumindest Aufsicht» entkommen. Ratingagenturen sollen zur Registrierung und Beaufsichtigung verpflichtet werden.

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso
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Die nationalen Behörden sollen demnach die Überwachung der großen internationalen Finanzgruppen koordinieren. Ein Frühwarnsystem soll eingerichtet werden, um Risiken rechtzeitig erkennen zu können. Verhaltensregeln sollen die übermäßige Risikobereitschaft im Finanzsektor unterbinden. Dies soll auch die Frage der Gehälter für Manager einbeziehen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll die Rolle der Aufsichtspolizei in der neuen Finanzarchitektur übernehmen. Dazu soll er besser mit dem 1999 gegründeten Forum für Finanzstabilität (FSF) vernetzt werden. Die Mittel des IWF müssen aufgestockt werden, damit er Länder in Not besser unterstützen kann.

Geht es nach den Europäern, sollen 100 Tage nach dem Gipfel am 15. November konkrete Schritte zur Umsetzung der beschlossenen Grundsätze ausgearbeitet sein. Die Vorgaben für eine neue Weltfinanzordnung sollen nach Vorstellungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) möglichst bis Juli kommenden Jahres stehen. Zieldatum für abschließende Vereinbarungen wäre dann ein Gipfel unter italienischer G8-Präsidentschaft im Juli 2009. (dpa)

 
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