1,2 Millionen Stellen weniger: 

netzeitung.deSchlechte Job-Aussichten in den USA

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In einem Arbeitsamt in Barre (US-Bundesstaat Vermont) (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe In einem Arbeitsamt in Barre (US-Bundesstaat Vermont)
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Wirtschaftskrise schlägt immer stärker auf den US-Arbeitsmarkt durch. Die Arbeitslosenquote liegt inzwischen höher als während der letzten Rezession 2001.

Der amerikanische Arbeitsmarkt trübt sich weiter ein. Allein im Oktober fielen 240.000 Arbeitsplätze weg, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington bekannt gab. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,1 auf 6,5 Prozent, das ist der höchste Stand seit März 1994. Damit ist die Lage düsterer als während der letzten Rezession Anfang des Jahrzehnts.

Experten hatten im Oktober nur mit einem Abbau von 200.000 Jobs und einer Erwerbslosenrate von 6,3 Prozent gerechnet. Es ist der zehnte Monat in Folge, dass die Beschäftigung in den USA sinkt. Seit Jahresbeginn gingen dort rund 1,2 Millionen Stellen verloren – über die Hälfte davon in den letzten drei Monaten. Experten sehen in den Daten ein klares Anzeichen dafür, dass sich die Rezession in der größten Volkswirtschaft der Welt ausweitet.
Erst der Anfang
Ökonomen befürchten, dass die Arbeitslosenquote in den kommenden Monaten auf 7,5 bis 8,0 Prozent steigen könnte. Im April 2008 lag sie noch bei 5 Prozent. «Da der Arbeitsmarkt verzögert reagiert, dürften wir Anfang 2009 noch stärkere Rückgänge sehen als aktuell», sagt Dekabank-Experte Rudolf Besch. So habe die Kreditverknappung infolge der Finanzkrise die Realwirtschaft und damit den Arbeitsmarkt noch nicht erreicht. Düstere Aussichten also für die Wirtschaft Amerikas.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, waren im Oktober rund 10,1 Millionen Amerikaner ohne Arbeit. Besonders drastisch ist den Angaben nach der Rückgang der Arbeitsplätze im Handwerk, beim Bau und im Dienstleistungsgewerbe. Dagegen stieg die Zahl der beim Staat Beschäftigten sowie im Gesundheitswesen. Vor allem die Jugendarbeitslosigkeit sei stark gestiegen: Die Quote erhöhte sich von 19,1 Prozent im September auf 20,6 Prozent im Oktober.

Zinssenkung erwartet
Wirtschaftsexperten rechnen dem Nachrichtensender CNN zufolge in den letzten beiden Monaten des Jahres mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in den USA. Der Sender verwies auf das Automobilunternehmen Ford, das beabsichtige, in Kürze 2260 Arbeitsplätze einzusparen. Auch bei General Motors seien Entlassungen wahrscheinlich.

Die US-Wirtschaft rutsche immer stärker in den Abschwung, kommentierte die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die Postbank spricht sogar von einem Arbeitsmarkt «im freien Fall». Von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hieß es, die Beschäftigung in den USA breche ein, die Arbeitslosenquote schnelle weiter nach oben. Eine Besserung der Lage sei nicht in Sicht.

Beobachter erwarten angesichts der Lage eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank im Dezember. Damit würden die Zinsen auf das niedrigste Niveau seit den 1950er Jahren fallen. Erst vergangene Woche hatte die Fed die Zinsen um 0,5 Punkte auf 1,0 Prozent gesenkt. (nz/dpa)