Folgen der Finanzmarkt-Krise: 

netzeitung.deSteinbrück und Hundt stellen düstere Prognosen

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Steinbrück will Klartext reden (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Steinbrück will Klartext reden
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Der Bundesfinanzminister warnt, dass die Gefahr eines Zusammenbruchs keinesfalls schon gebannt sei. Das Ende der Krise sei frühestens 2010 zu erwarten. Die Arbeitgeber rechnen mit Stellenabbau und stagnierendem Wirtschaftswachstum.

Laut Einschätzung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wird die internationale Bankenkrise Deutschland noch mindestens bis Ende des kommenden Jahres belasten. «Die Gefahr eines Zusammenbruchs ist noch lange nicht vorüber. Jede Entwarnung wäre falsch», sagte der SPD-Politiker der «Bild am Sonntag».

Steinbrück sagte, man habe es nach wie vor mit einer gefährlichen Situation zu tun. «Ich streue keinem Bürger Sand in die Augen und sage: Wir haben alles unter Kontrolle.» Das Rettungspaket habe eine Laufzeit bis Ende 2009 und werde sicher so lange auch benötigt.»

Dennoch hält Steinbrück am Ziel eines ausgeglichenen Haushalts fest. «Aus der Finanzkrise ergeben sich keine unmittelbaren Risiken für die Haushaltsplanung.» Die Bundesregierung behalte daher das Ziel bei, möglichst im Jahr 2011 einen Haushalt ohne Neuverschuldung vorzulegen. «Aber wir sagen nicht: Das schaffen wir auf jeden Fall.»

Folgen von Rettungspaket erst in Jahren absehbar
Der Haushalt sei von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung durch die Finanzkrise betroffen. «Und erst zwischen 2010 und 2013 werden wir sehen, ob das Rettungspaket echte Kosten verursacht oder ob der Staat seine Anteile, die er von den Banken als Gegenleistung für Unterstützungsmaßnahmen erhalten hat, so verkaufen kann, dass er Verluste ausgleichen kann», sagte der Minister.

Steinbrück sprach sich zudem für Fusionen im öffentlichen Bankensektor aus. Es gebe Landesbanken, die in schwerem Fahrwasser seien. «Wir haben zu viele Landesbanken und vielen fehlt ein überzeugendes Geschäftsmodell. Wir brauchen einen Zusammenschluss bei den acht Landesbanken wie bei den Spitzeninstituten im Genossenschaftssektor.»

Arbeitgeber rechnen mit Jobabbau
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rechnet mit einem Jobabbau im kommenden Jahr.
«Die positive Entwicklung der letzten drei Jahre auf dem Arbeitsmarkt wird sich nicht fortsetzen», sagte Hundt dem «Hamburger Abendblatt» (Samstagausgabe). «Ich schließe nicht aus, dass es zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen wird.» Im günstigsten Fall lasse sich das Beschäftigungsniveau in etwa halten.

Die Finanzkrise werde das Wirtschaftswachstum weiter bremsen, weil Deutschland als Exportnation stark an die Weltwirtschaft gekoppelt ist, betonte Hundt. Während Deutschland im laufenden Jahr noch nahe an ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent herankommen könne, sei für 2009 eine Stagnation zu erwarten.

Neben der Autoindustrie meldeten fast alle Bereiche der Metall- und Elektroindustrie abnehmende Auftragseingänge, betonte Hundt. Die konjunkturelle Abkühlung werde mit einer gewissen Verzögerung auch andere Branchen erreichen. (AP/dpa)