Konsequenzen aus der Finanzkrise:
USA und EU planen «Serie von Gipfeltreffen»
19.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Beim ersten Treffen gehe es darum, «Fortschritte bei der Bekämpfung der gegenwärtigen Krise zu überprüfen» sowie «Einigkeit über Grundsätze notwendiger Reformen» zu erzielen, um eine Wiederholung der Turbulenzen verhindern. Bei den weiteren Gipfeln soll es um die Verwirklichung konkreter Schritte zur Krisenbekämpfung gehen.
Sowohl Bush als auch Sarkozy warnten vor einem Rückfall in Abschottung und Protektionismus. Eindringlich mahnte Bush, «die Grundlagen des demokratischen Kapitalismus» wie freier Handel, freier Markt und freies Unternehmertum müssten garantiert werden. Dagegen verwies Sarkozy eindringlich auf Auswüchse des Finanzsektors wie etwa Hedge Fonds und mahnte tiefgreifende Reformen an. Es gehe darum, «den Kapitalismus der Zukunft» aufbauen.
«Hedge Fonds können nicht weiterhin so operieren wie sie es in der Vergangenheit getan haben. Eben so wenig Steueroasen und Finanzinstitutionen, die keinerlei Kontrolle unterliegen. Das ist nicht länger hinzunehmen, das ist nicht mehr länger möglich», sagte Sarkozy. «Diese Art von Kapitalismus ist ein Betrug an der Art von Kapitalismus, an den wir glauben.»
Eindringlich kritisierte Sarkozy die bisherigen Kontrollmechanismen im internationalen Finanzsektor: «Wir leben im 21. Jahrhundert, aber wir wenden nach wie vor die Regeln des 20. Jahrhunderts an.» Die internationale Gemeinschaft müsse «mit einer gemeinsamen Stimme sprechen und den Kapitalismus der Zukunft aufbauen».
Wenn der Gipfel in der UN stattfinde, werde dies dem Treffen «universelle Legitimität» verschaffen, meinte Ban in einem Schreiben an Sarkozy. Ausdrücklich begrüßte er die Absicht, neben dem Kreis der sieben größten westlichen Industrienationen (G7) auch Russland sowie Schwellen- und Entwicklungsländer einzuladen. Nach Angaben der Pariser Zeitung «Le Figaro» schlug Sarkozy den Zeitraum vom 21. und 23. November für das erste Gipfeltreffen vor. (dpa)

