Netzeitung Logo

 
DruckenVersenden
 

Gipfel geplant: 

G8 wollen globales Finanzsystem reformieren

15. Okt 2008 20:52
Zuletzt hatte sich der G8-Gipfel in Toyako, Japan getroffen
Bild vergrößern
Dass angesichts der Krise etwas passieren muss, darüber sind sich fast alle Regierungschefs einig. Nur wer soll die internationalen Spielregeln der Wirtschaft verändern? Die EU, die UN? Nun wollen die G8-Staaten die Initiative ergreifen.

Mit einem Weltfinanzgipfel noch in diesem Jahr wollen die wichtigsten Wirtschaftsmächte die Krise eindämmen und das Finanzsystem reformieren. Nach Rettungsplänen der USA und der Eurogruppe würden sich in «naher Zukunft» nun die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten und Russlands treffen und gemeinsam Strategien entwickeln, heißt es in einer am Mittwoch vom Weißen Haus in Washington veröffentlichten Erklärung.

Die G8 seien vereint in ihrem Engagement, die Finanzmarktkrise durch eine Stärkung ihrer Finanzinstitutionen und die Wiederherstellung des Vertrauens zu bewältigen. Das Krisenmanagement erreicht damit eine globale Ebene. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte die Einberufung des Gipfels, der möglichst noch im November stattfinden solle. «Eine neue, tragfähige Architektur der Finanzmärkte kann nur gemeinsam entworfen werden», erklärte sie nach Angaben ihres Sprecher. Es gehe darum, «strukturelle Reformen der internationalen Finanzarchitektur anzugehen».

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte: «Wir brauchen eine neue Form des Kapitalismus, der das Finanzsystem in die Dienste der Bürger und Unternehmen stellt, nicht umgekehrt.» Schon am Samstag will Sarkozy in Camp David mit US-Präsident George W. Bush über die Finanzmarktkrise beraten.

IWF mit mehr Kompetenzen?

Wie eine von Merkel geforderte globale Finanzmarktverfassung aussehen könnte, ist noch offen. Laut Diplomaten bildet sich aber Konsens darüber ab, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) eine bedeutendere Rolle bei der Aufsicht über die weltweiten Finanzströme erhalten soll. Allerdings gibt es bereits Widerstand einiger EU-Staaten für ein europäisches Regulierungssystem, war die Schaffung einer starken internationalen Kontrollbehörde als unwahrscheinlich erscheinen lässt.

Zuvor hatte bereits der britische Premierminister Gordon Brown für ein Treffen der G8-Staaten und der wichtigsten Schwellenländer nach Vorbild der Bretton-Woods-Konferenz 1944 geworben. Wie die Kanzlerin betonte er die Notwendigkeit einer Reform des Bankensystems und einer Internationalisierung der Finanzaufsicht. «Es gibt Aussicht auf die Verständigung auf ein Treffen», sagte er, «um sehr radikale und weitreichende Veränderungen herbeizuführen».

Der EU-Gipfel in Brüssel einigte sich derweil im Grundsatz auf den Rettungskatalog der Eurogruppe für die Finanzmärkte. Zwar hätten mehrere Staaten einzelne Formulierungsänderungen gewünscht, über die Inhalte sei aber grundsätzlich Konsens erzielt worden. Zuvor hatte vor allem Tschechien Bedenken angemeldet, weil sie sich von den Beschlüssen der Eurogruppe überfahren fühlten. Die französische EU-Ratspräsidentschaft will die Änderungswünsche nun in einen neuen Text einarbeiten, der voraussichtlich am Donnerstag formal beschlossen werden soll. (AP/dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Wirtschaftssysteme rund um den Globus: 
Die Varianten des Kapitalismus
Erwartungen an den Weltfinanzgipfel: 
Große Runde, kleiner gemeinsamer Nenner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.