15.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Bush hinterlässt einen alles andere als ausgeglichenen Haushalt
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die fragile Lage an den Börsen und das langsame Wirtschaftswachstum sorgen für einen Negativ-Rekord: Das Haushaltsdefizit der USA ist so groß wie nie zuvor. Die Demokraten machen dafür auch Bushs Politik verantwortlich.
Das Defizit im Bundeshaushalt der USA ist auf den höchsten Stand aller Zeiten gestiegen. Der Ausgabenüberschuss erreichte in dem am 30. September abgeschlossenen Finanzjahr 454,8 Milliarden Dollar, wie Finanzminister Henry Paulson am Dienstag mitteilte.
Das ist mehr als doppelt so viel wie 2007 mit 161,5 Milliarden Dollar. Der bisherige Rekord wurde 2004 mit 413 Milliarden Dollar verzeichnet. Paulson führte die Entwicklung auf das langsamere Wirtschaftswachstum und die angespannten Finanzmärkte zurück. «Wir werden die gegenwärtigen Herausforderungen unserer Nation bewältigen», sagte der Minister.
Angesichts der jetzt neu hinzu gekommenen Belastungen aufgrund der Finanzkrise und der staatlichen Rettungsmaßnahmen für die Banken erwarten Fachleute jedoch, dass die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen im neuen Budgetjahr auf 700 Milliarden Dollar steigen könnte.
Die Demokratische Partei führte die zunehmende Verschuldung auf die Wirtschaftspolitik der Republikaner zurück. Sie wiesen darauf hin, dass der Staatshaushalt beim Regierungsantritt von Präsident George W. Bush im Jahr 2001 noch einen Überschuss aufwies. Als Gründe für die defizitäre Entwicklung nannten sie neben den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie dem Wiederaufbau nach dem Hurrikan «Katrina» auch die Steuersenkungen der Regierung Bush in den Jahren 2001 und 2003. (AP)