Psychologischer Appell:
Bush warnt vor Angst
10. Okt 2008 18:43
 |  Der Präsident versucht zu beruhigen | Foto: AP |
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Der US-Präsident nennt in einer Fernsehansprache die immer schlimmeren Befürchtungen eine der größten Gefahren für die Finanzmärkte. Medienberichten zufolge plant seine Regierung längst neue Gegenmaßnahmen.
US-Präsident George W. Bush ist am Freitag erneut der deprimierten Stimmung an den Finanzmärkten entgegengetreten. «Wir können die Krise lösen und wir werden sie lösen», sagte er in einer Fernsehansprache vor dem Weißen Haus. Die Regierung verfüge über die notwendigen Instrumente und eine «umfassende Strategie». Allerdings werde es einige Zeit dauern, bis diese Wirkung zeigten. Eindringlich mahnte er zu abgestimmtem Vorgehen der internationalen Gemeinschaft. «Wir sind gemeinsam drin (in der Krise) und wir schaffen es gemeinsam heraus.»
Bush hatte in den vergangenen Wochen mehrere Dutzend Mal vergeblich im Vertrauen der Anleger geworben, auch am Freitag gingen die Aktienkurse an der Wall Street erneut nach unten. Um die Unruhe auf den Finanzmärkten einzudämmen, erwägt die Regierung Presseberichten zufolge umfassende Garantien für Milliarden Dollar an Bankschulden und für Bankeinlagen. Eindringlich warnte Bush, der am Samstag mit den Finanzministern der G7-Staaten zusammentrifft, vor den psychologischen Folgen der Krise. «Ängste können weitere Ängste nähren.» Das erschwere eine Krisenlösung. Er verwies auf das vergangene Woche verabschiedete 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für in Not geratene Banken. Damit habe die Regierung ein «unmissverständliches Signal» gesetzt. Grundsätzlich meinte Bush: «Das amerikanische Volk kann in die wirtschaftliche Zukunft vertrauen.»
Weitere umfassende Eingriffe geplant
Angesichts der anhalten Turbulenzen auf den Finanzmärkten erwägt die US-Regierung weitere drastische Maßnahmen. Es handele sich unter anderem um eine «Garantie für Milliarden an Bankschulden» sowie eine «zeitweise Versicherung aller Bankeinlagen», berichtete die Zeitung «Wall Street Journal» am Freitag. Falls die Vorschläge verwirklicht würden, wäre es der bisher umfassendste staatliche Eingriff in das amerikanische Finanzsystem. Ziel der Garantien wäre es, einen weiteren Abzug von Geldern von Banken durch nervöse Anleger einzudämmen, hieß es. Das Blatt betonte allerdings, die Vorschläge befänden sich noch in der Diskussionsphase.
Beteiligung an Banken in Not erwogen
Bereits am Donnerstag hatten US-Medien berichtet, die Regierung erwäge auch Beteiligungen an in Not geratenen amerikanischen Banken. Mit einem solchen Schritt könnte das Vertrauen in die Finanzbranche gestärkt werden, hieß es. Solche Beteiligungen könnten Teil des 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspakets für den Finanzsektor sein, das der Kongress vergangene Woche verabschiedet hatte. (dpa)