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Zuspitzung der Finanzkrise: 

US-Notenbankchef erwägt Zinssenkung

07. Okt 2008 21:36
Ben Bernanke denkt über eine Zinssenkung nach
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Bei der Fed deutet sich eine Kehrtwende an, um die Märkte zu stabilisieren. Notenbankchef Bernanke betonte in einer Rede die Wachstumsrisiken. Auch auf die Inflation ging er ein.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat angesichts Zuspitzung der Finanzkrise eine mögliche Senkung des US-Leitzinses angedeutet. Während sich die Konjunkturaussichten verschlechtert hätten, habe sich das Inflationsbild etwas aufgehellt, sagte Bernanke am Dienstag in Washington.

Vor diesem Hintergrund müsse die Federal Reserve prüfen, «ob ihre gegenwärtige Zinspolitik weiterhin angemessen ist». Die Fed hatte ihren Leitzins Mitte September zum dritten Mal in Folge bei zwei Prozent belassen.

Bernanke sieht Inflationsrisiken

«Die wirtschaftliche Aktivität wird für den Rest des Jahres und bis ins nächste Jahr hinein gedämpft sein», sagte der Notenbankchef. Die Verschärfung der Finanzmarktkrise könne «sehr wohl die Periode der Konjunkturschwäche verlängern und die Risiken für das Wachstum erhöhen».

Allerdings warnte Bernanke auch davor, die Gefahren des Preisauftriebs außer Acht zu lassen. «Wir sollten sehr vorsichtig sein, bevor wir den Sieg im Kampf gegen Inflation erklären.»

Konsumausgaben deutlich zurückgegangen

Nach den Worten Bernankes wirkten sich die gestiegenen Kosten für Energie und Nahrungsmittel zusammen mit der Schwäche des Arbeitsmarktes immer klarer auf die US-Verbraucherausgaben aus. «Seit Mai sind die Konsumausgaben deutlich zurückgegangen», sagte der Notenbankchef. Unternehmen schraubten zugleich angesichts der düsteren Konjunkturaussichten Investitionen zurück.

Die Zahl der US- Beschäftigten war im September so stark gesunken wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr. Außerhalb der Landwirtschaft ging die Beschäftigtenzahl im Vergleich zum Vormonat um 159.000 zurück.

Inflationszahlen «sehr hässlich»

Zudem hemmten immer schwierigere Kreditbedingungen eine Erholung der Konjunktur. «Sogar Haushalte mit einer guter Bonität haben es inzwischen schwer, eine Hypothek aufzunehmen oder ihre Immobilie zu beleihen», sagte Bernanke. Unternehmen hätten ähnliche Probleme.

Zugleich seien in jüngster Zeit die Preise für Öl und andere Rohstoffe von ihren Höchstständen zurückgekommen. Auch die Preise für Importe seien inzwischen gesunken, sagte der Fed-Chef. Die Inflationserwartungen hätten sich inzwischen gebessert. Die gegenwärtigen Inflationszahlen nannte er jedoch «sehr hässlich».

Experten erwarten Zinnsenkung noch im Oktober

Der Offenmarktausschuss der Fed trifft sich Ende des Monats zu seiner regulären Zinssitzung, deren Ergebnis am 29. Oktober bekannt gegeben wird. Manche Ökonomen rechnen noch vor diesem Termin mit einem Zinsschritt.

Die Notenbank hatte den Leitzins in ihren vergangenen drei Sitzungen unangetastet gelassen, weil sie die Risiken für das Wachstum und durch die Inflationsentwicklung in etwa gleich groß einschätzte. Zuvor hatte die US-Notenbank den Zins binnen weniger Monate von 5,25 auf 2 Prozent zurückgenommen. (dpa)

 
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