22.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
US-Finanzminister Paulson: Aggressive Ermutigung
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die US-Regierung hat einen Rettungsplan in der Finanzkrise aufgelegt, der die Steuerzahler insgesamt 700 Milliarden Dollar kosten soll. Der Finanzminister ermutigte andere Länder «aggressiv» zum Nachahmen.
Die US-Regierung will im Zusammenhang mit ihrem 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket zur Überwindung der Finanzkrise auch andere Staaten einbeziehen. Finanzminister Henry Paulson sagte, man habe auch andere Länder aggressiv ermutigt, ähnliche Rettungspakete zu schnüren. Einige hätten die Bereitschaft dazu signalisiert, so Paulson. Es gebe allerdings noch keine festen Zusagen. Man befinde sich noch in den Anfängen eines Dialogs.
Die deutschen Politiker, die sich zu der Frage äußerten, lehnten eine Beteiligung an der Rettungsaktion ab. «Ich halte es nicht für angezeigt, dass wir in Deutschland jetzt mit Steuergeldern in das Marktgeschehen eingreifen», sagte Unions-Fraktionsvize Michael Meister dem «Handelsblatt». Er kritisierte die Marschrichtung Washingtons. Es sei sicherlich sinnvoll gewesen, den Versicherer AIG zu retten, dessen Insolvenz alle Endverbraucher getroffen hätte, sagte Meister. Etwas anderes sei es aber, alle Banken generell von problematischen Hypothekenkrediten zu entlasten.
Der SPD-Fraktionsvize Joachim Poß betonte: «Die Amerikaner können jetzt nicht für ihr Versagen und ihre Arroganz Deutschland in Haftung nehmen. In Deutschland ist ein vergleichbares Vorgehen weder geplant noch erforderlich.» Ob ein Rettungspaket der USA in den Vereinigten Staaten notwendig sei, wollte er nicht beurteilen
Auch ausländischen Banken steht US-Paket offenDas 700-Milliarden-Dollar-Paket soll entgegen ersten Planungen auch ausländischen Banken offenstehen. Paulson sagte, diese sollten unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit haben, faule Kredite durch die US-Regierung aufkaufen zu lassen.
Der Finanzminister sagte: «Wenn ein Finanzinstitut Geschäfte in den USA betreibt, Menschen in den USA beschäftigt, wenn sie durch nicht liquide Vermögenswerte lahmgelegt sind, dann haben sie dieselben Auswirkungen auf das amerikanische Volk wie jedes andere Institut.»
Den Menschen in den USA sei es egal, «wem das Unternehmen gehört». Es handele sich um eine globale Krise und zum Nutzen des amerikanischen Volkes müsse auch ausländischen Firmen geholfen werden. (dpa/AP)