«Nicht der Staat legt Preise fest»:
FDP nennt Seehofer «Planwirtschaftsminister»
Das lehnt FDP-Parlamentarier Goldmann entschieden ab. «Wenn die Stromanbieter Sozialtarife unter dem Selbstkostenpreis anbieten müssten, würden sie an anderer Stelle zum Nachteil der Verbraucher oder Wirtschaft wieder draufsatteln», argumentierte Goldmann. Staatliche Preisvorgaben seien also keine Lösung. «Das ist ein Vorschlag eines erfolglos agierenden und nach Öffentlichkeit heischenden Ministers im bayerischen Wahlkampf, der Gott sei dank wieder einmal von den eigenen Parteifreunden unverzüglich gestoppt wurde.»
Seehofers Vorstoß war in der eigenen Partei aber nicht nur auf Widerstand etwa von Generalsekretärin Christine Haderthauer und CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer gestoßen, sondern auch auf Wohlwollen: Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein sagte, der Vorschlag solle geprüft werden. Gegen eine staatliche Einmischung wandte sich die Energiebranche. Es sei nicht Aufgabe der Unternehmen, verbilligte Tarife für sozial Benachteiligte anzubieten. Für diese sozialpolitische Aufgabe sei der Staat zuständig.
FDP-Experte Goldmann wies darauf hin, dass der Staat selbst der größte Preistreiber bei Energie sei. Das verschweige Seehofer «ganz bewusst». Der Minister und die CSU hätten hier keine Entlastungen für Verbraucher und Wirtschaft vorzuweisen. Im Gegenteil: Die Christsozialen hätten seit dem Regierungsantritt bei zahlreichen Steuergesetzen und -tatbeständen zugestimmt. «Offensichtlich möchte der Bundesverbraucherminister von dieser schlechten Leistungsbilanz und der mangelnden Durchsetzungsfähigkeit der CSU in der Koalition ablenken», so Goldmanns Fazit.
Für das Web ediert von Matthias Breitinger

