Geschäftsklimaindex fällt: 

netzeitung.deMiese Stimmung bei Firmen und Kunden

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Die Lust, Geld auszugeben, sinkt spürbar (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Lust, Geld auszugeben, sinkt spürbar
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das Konsumklima ist so frostig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Und auch die Unternehmen rechnen mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage. Manche spüren sie sogar jetzt schon.

Die Sorgen vor einem längeren Abschwung haben für einen Stimmungseinbruch in der deutschen Wirtschaft gesorgt. Der Geschäftsklimaindex fiel zum dritten Mal in Folge, was das Ifo Institut üblicherweise als Trendwende wertet.

Der Ifo-Index gab zudem überraschend deutlich nach und fiel von 97,5 Punkten im Vormonat auf 94,8 Punkte, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München bekannt gab. Das war der tiefste Stand seit gut drei Jahren – und widerspricht den Prognosen vieler Experten, die vor der Bekanntgabe lediglich einen leichten Rückgang des Konjunkturbarometers erwartet hatten

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sagte: «Die deutsche Wirtschaft gerät damit zunehmend in konjunkturell schwieriges Fahrwasser.» Laut der Erhebung verschlechterten sich sowohl die Einschätzungen zur gegenwärtigen Wirtschaftslage als auch zu den Aussichten für die kommenden sechs Monate.

Befragung nach Zukunftsperspektiven
Der ifo-Index, der als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft gilt, wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen mehrerer Branchen ermittelt. Gefragt werden die Firmen nach den Einschätzungen zur derzeitigen Situation und nach den Zukunftsperspektiven.

Im August gab der Index für die Geschäftslage von 105,6 Punkten auf 103,2 Punkte nach. Der Index für die Zukunftsaussichten fiel entgegen der Erwartungen vieler Volkswirte weiter von 89,9 Punkten im Vormonat auf 87,0 Punkte.

Rückläufige Auftragseingänge
Vor allem in der Industrie kühlt sich das Klima demnach deutlich ab. Viele Unternehmen bekämen bereits die nachlassende Nachfrage durch einen rückläufigen Auftragseingang zu spüren, sagte ifo-Konjunkturexperte Gernot Nerb. Auch vom Exportgeschäft erwarten sich die Industriefirmen weniger Unterstützung. «Die Produktionserwartungen fallen entsprechend negativer aus», so Nerb.
Das Abflauen der Exportwirtschaft schlage sich auch auf die Beschäftigungspläne nieder. Nach dem Aufbau der vergangenen Monate wollen sich viele Unternehmen mit Neueinstellungen jetzt eher zurückhalten und ihre Beschäftigtenzahlen nur noch stabil halten.

Verbraucherstimmung auf niedrigstem Stand seit fünf Jahren
Aber auch in der krisengeschüttelten Bauwirtschaft und im Einzelhandel trübte sich das Geschäftsklima ein. Am Bau schätzten die Unternehmen sowohl ihre derzeitige Lage als auch ihr Zukunftsperspektiven ungünstiger ein.
Die Einzelhändler zeigten sich zwar mit ihrer momentanen Situation etwas weniger unzufrieden als zuvor, ihr Ausblick auf die kommenden Monate fiel aber nochmals skeptischer aus als im Vormonat. Dass sie sich kaum Hoffnung auf eine Konsumbelebung machen können, zeigt auch die am Dienstag veröffentlichte Konsumklimastudie des Marktforschungsunternehmens GfK: Laut der Erhebung des Nürnberger Instituts ist die Verbraucherstimmung im August auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gesunken.

Einzig der Großhandel schätzte laut ifo-Konjunkturtest seine aktuelle Lage im August unverändert leicht positiv ein und bewertete auch seine Perspektiven weniger kritisch. (dpa)