Trotz Konjunktur-Delle:
Zahl der Arbeitslosen soll weiter sinken
15.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Chef der Bundesagentur begründete seine optimistische Prognose für den Arbeitsmarkt damit, dass aus demografischen Gründen weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Zudem hätten die Firmen beim jüngsten Abschwung stark rationalisiert, der Spielraum für Personalabbau sei kleiner geworden.
Auch der Wirtschaftsweise Bert Rürup gibt sich optimistisch. «Die Konjunktur wird sich zwar merklich abschwächen, aber nicht einbrechen», sagte er der Bild-Zeitung. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt werde zumindest dieses Jahr noch anhalten. «Die deutsche Wirtschaft ist heute deutlich besser aufgestellt und robuster als beim letzten Abschwung 2001», so der Wirtschaftsweise. Das liege an der deutlichen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, zum Beispiel «durch die vernünftige Lohnpolitik, die Steuerreformen und die Reformen am Arbeitsmarkt».
In Deutschland waren im vergangenen Monat rund 3,2 Millionen Menschen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,7 Prozent. Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2008 zum ersten Mal seit knapp vier Jahren wieder geschrumpft. Um 0,5 Prozent war das Bruttoinlandsprodukt niedriger als im ersten Quartal 2008.
Sechs Millionen (7 Prozent) der insgesamt 82,3 Millionen Menschen in Deutschland lebten 2007 hauptsächlich von öffentlichen Leistungen (ohne Renten und Pensionen). Dies waren 320.000 weniger als im Vorjahr. Ebenfalls rückläufig ist die Zahl der Menschen, die ihren Lebensunterhalt durch Angehörige beziehen. Sie sank zwischen 2006 und 2007 von 23,4 Millionen auf 23,0 Millionen. Weitere 18,5 Millionen lebten 2007 überwiegend von Renten- und Pensionszahlungen (22 Prozent), etwa 130.000 Personen mehr als im Jahr 2006. (nz/epd/AP)

