Keine Lust auf Wertpapiere: 

netzeitung.deAktien bei Kleinanlegern nicht hoch im Kurs

 Herausgeber: netzeitung.de

Der Absprung der Kleinaktionäre müsste ihm sorgen machen (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Absprung der Kleinaktionäre müsste ihm sorgen machen
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Von der Aufbruchstimmung zu T-Aktien-Zeiten ist überhaupt nichts mehr zu spüren. Enttäuscht wenden sich private Spekulanten von der Börse ab. Dafür, vermutet das Deutsche Aktieninstitut, gibt es verschiedene Gründe.

Die weltweite Finanzmarktkrise und die anstehende Abgeltungsteuer in Deutschland vermiesen immer mehr Bundesbürgern das Interesse an Aktien. Wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) am Dienstag mitteilte, sank die Zahl der Aktionäre in Deutschland im ersten Halbjahr 2008 um 483.000 auf 9,8 Millionen. «Im Vergleich zum Höchststand aus dem Jahr 2001 hat sich damit fast ein Viertel der deutschen Privatanleger von der Aktienanlage verabschiedet», berichtet das Institut.

DAI-Chef Rüdiger von Rosen sagte, ein wichtiger Grund für diese Entwicklung sei die internationale Finanzmarktkrise, die zu deutlichen Kursrückgängen an den Aktienmärkten geführt habe. Ende 2007 pendelte das wichtigste deutsche Börsenbarometer Dax noch um die 8000-Punkte-Marke. Mittlerweile liegt der Deutsche Aktienindex nur noch bei rund 6300 Zählern.

Von Rosen kritisiert aber zugleich die Politik in Deutschland. Die Bundesregierung müsse «endlich für widerspruchsfreie Rahmenbedingungen sorgen, die das Vertrauen der Anleger in die Vorteile der Aktie» stärkten. Zwar versuche die Regierung mit der geplanten Ausweitung der Förderung von Mitarbeiterkapitalbeteilungen die Attraktivität auch der Belegschaftsaktie zu erhöhen. Doch die Einführung der Abgeltungsteuer am 1. Januar 2009 konterkariere dieses Modell wieder. (AP)