28.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ein neues Auto ist bei vielen Haushalten derzeit kaum drin.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der private Konsum als Stütze der Wirtschaft fällt weiter aus: Die Stimmung der Verbraucher ist so schlecht wie zuletzt vor fünf Jahren. Wer mehr für Energie bezahlen muss, hat eben weniger für größere Anschaffungen in der Haushaltskasse.
Die steigenden Energiepreise, die wachsende Angst vor einer Rezession sowie das Wiederaufflammen der Finanzmarktkrise haben die Konsumstimmung in Deutschland auf den tiefsten Stand seit Juni 2003 gedrückt. Der vom Marktforschungsunternehmen GfK monatlich ermittelte Konsumklima-Index fiel auf 2,1 Punkte nach 3,6 Punkten im Vormonat. Dieser enorme Fall kommt völlig unerwartet: Ökonomen hatten nur mit einem leichten Rückgang auf 3,5 Punkte gerechnet.
Die GfK erklärt den deutlichen Rückgang damit, dass Höchstwerte bei der Inflation die Verbraucher zunehmend um ihre Kaufkraft fürchten ließen. Das macht sich auch im Teilindex bemerkbar, der die Einkommenserwartung der Verbraucher misst: Er sackte um 12,8 Punkte auf minus 20 Zähler ab. Ein vergleichbar niedriger Wert sei zuletzt vor knapp vier Jahren gemessen worden. Auch die positive Wirkung der guten Arbeitsmarktentwicklung auf die Einkommen werde von den Preissteigerungen überlagert und trete damit derzeit in den Hintergrund.
Größere Anschaffungen verschoben oder aufgegebenDie Furcht vor weiteren Kaufkraftverlusten infolge der Inflation drücke auch auf die Kauflaune der Verbraucher. Die Anschaffungsneigung ging im Juli um vergleichsweise moderate 2,5 Punkte zurück. Sie liegt nun bei minus 26,2 Zählern. Im Jahresvergleich ergebe sich damit ein Rückgang um gut 35 Punkte. Vor dem Hintergrund erwarteter höherer Energierechnungen dürften größere Anschaffungen damit in vielen Fällen «entweder verschoben oder ganz aufgegeben» werden.
Auch mit Blick auf die Konjunkturerwartungen überwiegen Molltöne. Der entsprechende Index ging erneut um kräftige 15,5 Punkte auf minus 8 Punkte zurück. Neben der hohen Inflation fürchteten viele Bürger offenbar, dass sich die Konjunktur in Deutschland spürbarer abkühlen dürfte als bislang erwartet. Meldungen aus den USA, wonach die Finanzkrise bei weitem noch nicht ausgestanden scheint, stützten diese Annahmen. Schließlich sorge der anhaltend hohe Euro für eine Gefährdung der Exportdynamik, hieß es. (dpa-AFX)