Streit über Restlaufzeit: Glos verteilt Atomenergie-Erlöse17. Jul 2008 09:58  |  Atommeiler im bayerischen Grundremmingen
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Der Atomkonsens hat noch immer Bestand, doch die Union macht Druck. Der Wirtschaftsminister feilt schon an dem Verteilschlüssel für die Mehreinnahmen auf dem Weiterbetrieb der Meiler.
Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) will die Verwendung der Gewinne aus längeren Laufzeiten für die Atomkraftwerke gemeinsam mit den Betreibern verbindlich festschreiben. «Darüber kann man nach meiner Ansicht bei gutem Willen Einvernehmen erzielen», sagte er der Zeitung «Die Welt».
Es geht dabei um die Erlöse, die entstehen, wenn die Atomkraftwerke in Deutschland länger liefern, als im Atomkonsens mit der Wirtschaft vereinbart. Die rot-grüne Vorgängerregierung hatte mit dem AKW-Betreibern vereinbart, dass in den nächsten Jahren nach und nach alle Meiler vom Netz gehen. Das Problem: Deutschland ist mit dieser Strategie international nahezu allein. Innerhalb der Großen Koalition vertritt nur die SPD den Atomkonsens. Die Union trägt ihn mit, obwohl sie die Kernenergie bis auf Weiteres für unentbehrlich hält.
Glos betonte: «Man muss natürlich überlegen, wie man die Tatsache, dass die Atomkraftwerke länger laufen, den Menschen zugute kommen lassen kann.» Dazu gebe es in einer zum Thema Energie eingesetzten Projektgruppe im Bundeswirtschaftsministerium bereits Überlegungen.
Es gehe beispielsweise um finanzielle Anreize zum Energiesparen. «Die Akzeptanz für einen solchen Ansatz in der Bevölkerung nimmt zu», sagte Glos. «Die Meinung zur Nutzung der Kernenergie wandelt sich.»
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