Nach einer vergangene Woche veröffentlichten Creditreform-Befragung unter 4000 mittelständischen Unternehmen gaben Ende Juni 1,5 Prozent der Firmen an, wegen der hohen Kosten vor dem Aus zu stehen. Das entspreche einer Zahl von 51.000 Betrieben in ganz Deutschland. Allein im Einzelhandel befürchteten demnach 15.000 Firmeninhaber, ihr Geschäft aufgeben zu müssen. Im Verkehrs- und Logistiksektor sowie im Baugewerbe rechneten jeweils 5600 Unternehmen mit dem Aus.Fast jedes zweite Unternehmen erklärte zudem, die gestiegene Kostenbelastung an die Kunden weitergeben zu wollen. Genau davor warnte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU): «Die Hauptgefahr besteht darin, dass Preissteigerungen, die wir jetzt bei Einzelprodukten beklagen, in einen breit angelegten Inflationsprozess münden. Das wäre in der Tat die schlimmste Folge», sagte Glos dem «Handelsblatt».
Jede Erhöhung des allgemeinen Preisniveaus wirke in voller Breite «unsozial und mittelfristig beschäftigungsvernichtend». Neben den Unternehmen trügen auch Arbeitgeber und Gewerkschaften Verantwortung – Glos warnte vor einer Lohn-Preis-Spirale und mahnte die Tarifparteien zu Zurückhaltung. Grundsätzlich könne die Bundesregierung wenig gegen die Preisexplosion auf den Energiemärkten ausrichten, fügte Glos hinzu. Staatliche Hilfen gegen die Preisentwicklung lehnte er ab: «Wer meint, man könne dagegen ansubventionieren, betreibt Augenwischerei auf Kosten der Steuerzahler – mit langfristigen Folgeschäden für Wachstum und Beschäftigung», sagte er.