Was 1975 im Schloss Rambouillet als Kamingespräch begann, ist mittlerweile eine Mammutkonferenz mit massiven Sicherheitsvorkehrungen geworden. Der informelle Charakter der Treffen blieb über die Jahre allerdings erhalten. Die Gruppe der Acht gilt nicht als internationale Organisation. Sie unterhält kein ständiges Sekretariat und verfährt nicht nach festgelegten Regeln. Ihre Beschlüsse sind nicht bindend. Der Vorsitz rotiert zwischen den Mitgliedern der Gruppe jährlich. Der jeweilige Ausrichter der Gipfeltreffen ist auch für die Tagesordnung zuständig.Beim Gipfeltreffen auf der japanischen Insel Okinawa im Jahr 2000 wurden erstmals afrikanische Staatschefs als Gäste eingeladen. In den folgenden Jahren wuchs der Teilnehmerkreis immer weiter. An dem am Montag beginnenden Gipfel auf der japanischen Insel Hokkaido nehmen insgesamt 23 Staats- und Regierungschefs sowie die Chefs von UN, Weltbank, Afrikanischer Union, EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds, OECD, der Internationalen Energieagentur und eventuell der Welthandelsorganisation teil.
Zum Auftakt sind sieben afrikanische Staaten zu Gast, am Mittwoch stößt die Gruppe der fünf wichtigsten Schwellenländer zu den Beratungen. Mit dieser G5, der China, Indien, Südafrika, Mexiko und Brasilien angehören, hat die G8 im vergangenen Jahr einen Prozess enger Konsultationen über wichtige globale Themen wie den Klimaschutz eingeleitet. Nach dem Treffen der «G8 plus 5» wird der Kreis noch einmal um drei Länder auf 16 erweitert. Mit Südkorea, Indonesien und Australien wird es dann um das neue UN-Klimaschutzabkommen gehen, das 2012 das Kyoto-Abkommen ablösen soll.