Geschichte der Gipfel:
G sechs, sieben, dreißig
06.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Bereits Anfang der 80er Jahre nahmen die Staats- und Regierungschefs zusätzlich auch außenpolitische Probleme wie den Ost-West-Konflikt oder den Kampf gegen den internationalen Terrorismus sowie Umweltfragen ins Programm. Nach dem Zerfall des Warschauer Paktes und der Sowjetunion wurde Russland zunehmend in die Arbeit der G7 einbezogen und 1998 in Birmingham als Mitglied aufgenommen.
Damit erhielt die Gruppe ihr jetziges Achterformat. Genau genommen müsste man aber von G9 sprechen: Seit 1978 nimmt auch die EU an den jährlichen Treffen teil, vertreten durch den amtierenden Präsidenten des Europäischen Rats und den Präsidenten der EU-Kommission.
Beim Gipfeltreffen auf der japanischen Insel Okinawa im Jahr 2000 wurden erstmals afrikanische Staatschefs als Gäste eingeladen. In den folgenden Jahren wuchs der Teilnehmerkreis immer weiter. An dem am Montag beginnenden Gipfel auf der japanischen Insel Hokkaido nehmen insgesamt 23 Staats- und Regierungschefs sowie die Chefs von UN, Weltbank, Afrikanischer Union, EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds, OECD, der Internationalen Energieagentur und eventuell der Welthandelsorganisation teil.
Zum Auftakt sind sieben afrikanische Staaten zu Gast, am Mittwoch stößt die Gruppe der fünf wichtigsten Schwellenländer zu den Beratungen. Mit dieser G5, der China, Indien, Südafrika, Mexiko und Brasilien angehören, hat die G8 im vergangenen Jahr einen Prozess enger Konsultationen über wichtige globale Themen wie den Klimaschutz eingeleitet. Nach dem Treffen der «G8 plus 5» wird der Kreis noch einmal um drei Länder auf 16 erweitert. Mit Südkorea, Indonesien und Australien wird es dann um das neue UN-Klimaschutzabkommen gehen, das 2012 das Kyoto-Abkommen ablösen soll.
«Ich finde diesen Weg ausreichend flexibel», sagt die Kanzlerin zur Begründung. «Ich glaube, es gibt Punkte, die können besser und effizienter unter den G-8-Ländern besprochen werden. Und es gibt andere Themen, die wir nur mit den G-5 sinnvoll erörtern und lösen können.» (Von Michael Fischer, AP)

