Öl-Gipfel in Dschidda: 

netzeitung.de«Es gibt keine Verschwörung»

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Wirtschaftsminister Glos vertritt die Bundesregierung in Dschidda (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wirtschaftsminister Glos vertritt die Bundesregierung in Dschidda
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Der zuständige EU-Kommissar Piebalgs führt die Preisentwicklung nicht auf Spekulation zurück. Das Treffen in Saudi-Arabien könne ein Wendepunkt sein, sagte Piebalgs. Er forderte zugleich mehr Transparenz auf den Märkten.

König Abdullah von Saudi-Arabien hat zu Beginn des von ihm einberufenen Öl-Krisengipfels offiziell die Steigerung der Öl-Produktion seines Landes auf 9,7 Millionen Barrel pro Tag angekündigt. Saudi-Arabien sei auch zu einer weiteren Erhöhung der Förderung bereit, falls die Nachfrage steigen sollte, sagte der Monarch in seiner Rede vor Vertretern von 36 Staaten, darunter Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, in der Hafenstadt Dschidda.

Zuvor hatten auch Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Bereitschaft bekundet, mehr Öl zu fördern. Dies lehnen andere Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ab, darunter Algerien und Venezuela.

König wirft Marktteilnehmern «Egoismus» vor
Der König betonte, die aktuell hohen Preise von mehr als 130 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) seien unter anderem das Ergebnis des «Egoismus» einiger Marktteilnehmer und der hohen Mineralölsteuer in einigen Import-Staaten.

Für die Preisentwicklung machte König Abdullah in seiner Eröffnungsrede unter anderem Spekulanten verantwortlich, «die den Markt aus egoistischen Interessen ausbeuten». Weiter führte er die wachsende Nachfrage in Entwicklungsländern sowie die hohen Mineralölsteuern in verschiedenen Importländern an.

Ölpreis möglicherweise unter 100 Dollar
Mehrere ölproduzierende Staaten hatten im Vorfeld der eintägigen Konferenz in Dschidda mitgeteilt, der Ölpreis sei vor allem deshalb so hoch, weil Finanz-Investoren auf eine Verknappung des Angebots und daraus resultierende weitere Preissteigerungen in der Zukunft spekulierten.

Der für den Energiesektor zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs geht davon aus, dass der Ölpreis nach dem Krisengipfel sinken wird. Das Treffen in Saudi-Arabien könne ein Wendepunkt sein, sagte er der «Berliner Zeitung». Wenn Produzenten- und Verbraucherländer weiter zusammenarbeiteten, könne der Preis unter 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) fallen.

Forderung nach vorbeugenden Maßnahmen
Piebalgs widersprach Behauptungen, die Preisexplosion sei vor allem auf Spekulation zurückzuführen. «Spekulation ist immer ein Element auf Märkten, aber es ist nicht das wichtigste Element. Es gibt keine Verschwörung zur Steigerung der Ölpreise», sagte der EU-Kommissar. Es seien aber mehr Transparenz auf den Märkten und mehr vorbeugende Maßnahmen notwendig, statt nur im Nachhinein zu handeln.

Piebalgs warnte vor einer Politisierung des Erdölgeschäfts, wie sie der venezolanische Präsident Hugo Chavez anstrebe. «Chavez spricht nur aus, was andere produzierende Länder denken», sagte der Kommissar. Die Konferenz von Dschidda sei daher ein positives Signal, dass es eine Möglichkeit gibt, den Weltmarkt zu retten. (dpa-afx/AP)