Teures Öl:
Ölkonzerne unterschätzten steigenden Bedarf
11.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Als einer der größten Produzenten und Abnehmer von Öl werden wir voraussichtlich teilnehmen», sagte Bush-Sprecher Tony Fratto in Berlin während des Deutschlandbesuchs des Präsidenten. Die saudische Regierung hatte am Montag zu der Konferenz aufgerufen, an der Förderer, Abnehmer und auch Ölkonzerne teilnehmen sollen. Dies war ein Signal zur Beruhigung der nervösen Märkte, nachdem am Freitag der Rohölpreis um acht Prozent auf den Rekordstand von mehr als 139 Dollar je Barrel emporgeschnellt war.
Der Ölpreis hielt sich unterdessen auf hohem Niveau. US-Leichtöl kostete am Mittwoch im Handel der New Yorker Rohstoffbörse zeitweise 133,22 Dollar je Barrel und lag damit 1,91 Dollar über dem Schlusskurs vom Dienstag. Das für die Versorgung in Europa wichtige Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich in London um 1,90 Dollar und kostete zwischenzeitlich 132,92 Dollar je Barrel. Auslöser waren die jüngsten Daten zu den Lagerbeständen an Rohöl in den USA: Die Vorräte sanken um 4,6 Millionen Barrel auf 302,2 Millionen Barrel, wie das US-Energieministerium in Washington bekanntgab. Damit fiel der Rückgang deutlich höher als erwartet aus: Experten hatten nur mit einem Rückgang um 500.000 Barrel gerechnet.
Die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris und die US-Energiebehörde senkten aufgrund der hohen Preise zwar ihre Vorhersagen für den weltweiten Ölverbrauch in Industrienationen, rechnen aber mit einem weiter steigenden Bedarf in Entwicklungsländern wie China. (AP/dpa-AFX/nz)

