09.06.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Bis zu zwei Barrel pro Tag könnten in Saudi-Arabien mehr gefördert werden
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der hohe Ölpreis sorgt weltweit für Proteste. Jetzt hat das größte Förderland reagiert und Gespräche angekündigt. Wenn mehr gefördert wird, sinkt der Preis. Die Kapazitäten allerdings scheinen fast überall erschöpft.
Saudi-Arabien will die Opec-Staaten und die wichtigste Abnehmerländer an einen Tisch bringen, um gemeinsam über Strategien gegen den Preisanstieg zu beraten. Außerdem wolle die saudi-arabisch Regierung gemeinsam mit den anderen Mitglieder der OPEC daran arbeiten, «die Verfügbarkeit der Ölvorräte jetzt und in Zukunft zu garantieren», sagte Informationsminister Ijad Madani am Montag nach einer Kabinettssitzung.
«Es gibt keine Rechtfertigung für den aktuellen Preisanstieg», sagte der Minister. Der Aufruf aus Riad war ein Signal an die nervösen Märkte, nachdem am Freitag der Rohölpreis massiv um acht Prozent auf den Rekordstand von 138,54 Dollar je Barrel emporgeschnellt war. Am Montag hatte sich die Situation leicht entspannt: Vor der Ankündigung der saudiarabischen Regierung gab der Preis am Montagnachmittag bereits um 2,68 Dollar auf 135,86 Dollar nach.
Saudi-Arabien mit mehr KapazitätenNach Ansicht von Branchenexperten haben die meisten Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) kaum noch Kapazitäten, ihre Produktion nennenswert auszuweiten - mit Ausnahme Saudi-Arabiens. Die Nummer eins unter den Ölproduzenten fördert derzeit 9,4 Millionen Barrel pro Tag und hat der Einschätzung zufolge die Fähigkeit, diese Leistung um rund zwei Millionen Barrel zu erhöhen.
Die Autofahrer in Deutschland bekommen das teure Öl weiter deutlich zu spüren. Ein Liter Super kostete am Montag nach Informationen aus der Mineralölbranche im Schnitt 1,49 Euro, für Diesel wurden etwa 1,47 Euro je Liter fällig. (AP)