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Prognose der Bundesbank: 

Viel Wachstum, noch mehr Inflation

06. Jun 2008 14:01
Alles wird teurer, vor allem Lebensmittel
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Stark steigende Energiepreise sowie teurere Nahrungsmittel sind der Grund für die pessimistische Prognose der Währnungshüter. Dennoch soll das günstige weltwirtschaftliche Klima die Wirtschaft beleben.

Nach dem überraschend guten Start ins Jahr traut die Bundesbank der deutschen Wirtschaft mehr Wachstum zu als bisher erwartet. Die Wirtschaft werde robust um real rund 2,3 Prozent statt der bisher vorhergesagten 1,9 Prozent zulegen, schreibt die Bundesbank in ihrer am Freitag veröffentlichten Prognose.

Allerdings werde das Tempo gebremst von steigenden Preisen und der Abkühlung der Weltwirtschaft. Pessimistisch ist die Notenbank in Bezug auf die Inflation. Wegen der rasant steigenden Preise für Energie und Lebensmittel werde die Teuerung höher ausfallen als gedacht und in diesem Jahr 3 Prozent statt 2,3 Prozent betragen. Auf dem Arbeitsmarkt werde sich die Lage weiter entspannen. Die Experten hatten exakt 2,25 Prozent Wachstum vorhergesagt. Die Bundesbank rechnet mit gerundeten Werten.

Entspannung gegen Jahresende

«Die deutsche Wirtschaft ist sehr kräftig in das Jahr 2008 gestartet. Im Frühjahr und Sommer dürfte sich die Konjunktur allerdings in ruhigeren Bahnen bewegen», schreibt die Bundesbank. Zur Jahreswende 2008/2009 werde sie wieder an Schwung gewinnen. Im ersten Quartal hatte die Wirtschaft - auch wegen Sonderfaktoren wie dem milden Winter - mit 1,5 Prozent so stark wie seit zwölf Jahren nicht mehr zugelegt. 2009 wird das Wachstum laut Bundesbank nur noch 1,4 Prozent betragen - das sind 0,5 Punkte weniger als im Dezember prognostiziert wurden.

Bei der Inflation rechnen die Experten erst gegen Jahresende mit einer leichten Entspannung. «Das Preisklima in Deutschland ist derzeit erheblich eingetrübt und dürfte sich nur allmählich aufhellen», schreiben die Ökonomen. Die Teuerungsrate (der Harmonisierte Verbraucherpreisindex HVPI) werde auch 2009 mit 2,2 Prozent nicht unter die Marke von zwei Prozent fallen, bei der die Europäische Zentralbank (EZB) Preisstabilität definiert.

Weniger Arbeitslose

Bislang hatte die Bundesbank mit 1,5 Prozent Teuerung im nächsten Jahr gerechnet. Wegen der anhaltend hohen Inflation hatte die EZB am Donnerstag eine Erhöhungen des Leitzinses im Euro-Raum für Juli signalisiert. Derzeit liegt der Zins bei 4,0 Prozent. Eine hohe Inflation vermindert die Kaufkraft der Bürger und bremst den privaten Konsum.

Positiv sieht die Bundesbank den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen werde in diesem Jahr im Jahresmittel um 500.000 auf etwa 3,3 Millionen Personen und 2009 auf 3,2 Millionen Menschen sinken. (dpa)


 
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