29.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Bisher sind die Angaben auf den Lebensmitteln eher verwirrend
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eigentlich weiß man ja, dass eine Torte ungesund ist, doch man kauft sie trotzdem. Das schlechte Gewissen verstärken will Verbraucherminister Seehofer mit einer eindeutigen Markierung von Kalorienbomben.
Die Verbraucher sollen sich künftig leichter über gesunde und ungesunde Lebensmitteln informieren können. Dazu plant Ernährungsminister Horst Seehofer (CSU) nach Informationen der «Berliner Zeitung» eine neue Produktkennzeichnung mit den Signalfarben rot, gelb und grün. So sollen Kunden erkennen, ob ein Produkt zu viele Kalorien hat oder aus zu viel Zucker oder Fett besteht.
Den Kunden solle damit die Lebensmittelauswahl erleichtert werden, «im Sinne einer gesunden und ausgewogenen Ernährung vor dem Hintergrund der Übergewichtsproblematik», zitiert die Zeitung aus Seehofers Konzept, das am Freitag vorgestellt werden soll.
Im Einzelnen beinhaltet das Etikett Angaben über den Brennwert eines Produktes sowie dessen Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz. Zusätzlich soll der Kunde eine Angabe erhalten, wie viel der normalen Tageszufuhr eines Erwachsenen an Energie oder an Nährwerten das Produkt enthält.
Politische Kehrwende von SeehoferUnterlegt werden sollen die Angaben laut Zeitungsbericht mit den Farben rot (ungesund), gelb (neutral) und grün (gesund). Damit vollzieht Seehofer eine politische Kehrtwende. Bislang wollte er auf Signalfarben verzichten. Diese waren von der Lebensmittelindustrie abgelehnt worden, weil sie Umsatzeinbußen bei kalorienreichen Produkten befürchtet.
Eine Umfrage des Ernährungsministeriums hat den Zeitungsangaben zufolge nun aber ergeben, dass die Mehrheit der Bürger eine farbliche Unterlegung wünscht. Auch von Seiten der Länder und in seiner eigenen Partei CSU sei Seehofer unter Druck geraten.
Kennzeichnung nicht verpflichtendDie Kennzeichnung ist den Angaben zufolge vor allem gedacht für zusammengesetzte Lebensmittel in Fertigverpackungen. Aber auch nicht vorverpackte Lebensmittel, wie sie in Kantinen oder Schulküchen verwendet werden, können damit versehen werden.
Sie soll nicht verpflichtend für alle Hersteller gelten, sondern soll auf freiwilliger Basis eingeführt werden. Befürworter des Ampelmodells, für das sich wiederholt auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen ausgesprochen hat, ist auch die AOK. «Der Verbraucher braucht ein einfaches und klares System, mit dem er erkennen kann, ob ein Lebensmittel zu viel Fett, zu viel Zucker oder Salz erhält. Die in England bereits positiv erprobte Ampellösung bietet genau diese Eigenschaften», hatte AOK-Chef Hans Jürgen Ahrens seine Forderung begründet. (AP)