Die US-Regierung hat angesichts der explodierenden Ölpreise die Belieferung ihrer strategischen Reserven ausgesetzt. Entsprechende Verträge laufen Ende Juni aus und sollen für die sechs Monate danach nicht verlängert werden, teilte das Energieministerium mit. Ursprünglich war vorgesehen, die Vorräte von August an bis Dezember mit 76.000 Barrel Öl (je 159 Liter) täglich aufzustocken. Der Kongress hatte jedoch beschlossen, die Belieferung auszusetzen, um damit eine Entspannung bei den Öl- und Benzinpreisen zu erreichen. Nach Mitteilung des Ministeriums sind die unterirdischen Tanks in den US-Staaten Louisiana und Texas derzeit mit knapp 703 Millionen Barrel gefüllt. Das sind 97 Prozent der Gesamtkapazität von 727 Millionen Barrel.Das Herrscherhaus von Saudi-Arabien lehnt derweil eine weitere Steigerung der Ölförderung des Königreichs ab. Ölminister Ali al- Nuaimi und Außenminister Prinz Saud al-Faisal sagten am Freitagabend nach einem Treffen von König Abdullah mit US-Präsident George W. Bush, eine Steigerung sei derzeit nicht nötig, da man bereits zum 10. Mai die Produktion um 300 000 Barrel pro Tag erhöht habe. Damit habe man auf die wachsende Nachfrage auf dem Weltmarkt reagiert. Bush war nach Saudi-Arabien gereist, um den größten erdölproduzierenden Staat der OPEC zu einer Produktionssteigerung zu bewegen. Dies sollte den Auftrieb des Rohölpreises zu stoppen.
Die Sorge vor Angebotsengpässen hatte den US-Ölpreis am Freitag erneut auf ein Rekordhoch steigen lassen. Für ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni kletterte er in der Spitze auf 127,43 Dollar. Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) war leicht gestiegen. Nach Angaben des OPEC-Sekretariat vom Freitag kostete ein Barrel Rohöl aus den Fördergebieten des Kartells am Donnerstag 118,95 Dollar. (AP/dpa)