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Altbewährtes als Zukunftsmodell: 

Aktivisten kritisieren industrielle Landwirtschaft

15. Mai 2008 12:25
Nicht bei jedem Mais ist klar, ob wie er angebaut wird
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Aktivisten sozialer und ökologischer Bewegungen haben beim Bonner «Weltgipfel der Vielfalt» für die bäuerliche Landwirtschaft geworben. Zugleich warnten sie vor Monokulturen und grüner Gentechnik.

Ein breites Spektrum an Kulturpflanzen und Nutztieren sei wichtig im Kampf gegen Hunger, Armut und Klimawandel, so das Plädoyer. Das Treffen, das parallel zu einer UN-Konferenz über die Risiken gentechnisch veränderter Organismen stattfand, ging am Donnerstag zu Ende.

«Wir sind jahrzehntelang kritisiert worden, bäuerliche Landwirtschaft sei Spätromantik und kein Zukunftsmodell,» sagt der Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Georg Janßen. Durch den im vergangenen Monat vorgelegten Weltagrarbericht von UN und Weltbank sieht sich Janßen jetzt bestätigt: Darin wird die Weltgemeinschaft aufgerufen, den Trend zur industrialisierten Landwirtschaft zu stoppen. Nur so könnten steigende Nahrungsmittelpreise, Hunger und soziale Ungerechtigkeit überwunden, Raubbau an der Natur und Klimawandel gebremst werden.

Vielfalt für den Sortenschutz

«Vielfalt ist die einzige, seit Millionen Jahren bewährte Innovationskraft der Natur», sagte Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Großtechnische Lösungen für eine umweltverträgliche Ernährungssicherung gebe es nicht. Agrarökologe Miguel Altieri von der US-Universität Berkeley ergänzt: «Es gibt zahllose Beispiele von bäuerlichen Anbaumethoden, die seit Jahrtausenden produzieren, ohne die natürlichen Ressourcen zu schädigen.»

Die Kritiker der Gentechnik tagten unweit des Hotels Maritim, in dem noch bis Freitag die vierte Vertragsstaatenkonferenz über das Protokoll zur biologischen Sicherheit (Cartagena-Protokoll) berät. Das Abkommen regelt den grenzüberschreitenden Handel mit gentechnisch veränderten Organismen.

Aktivisten für neues Gentechnikgesetz

In den laufenden Verhandlungen geht es um eine internationale Regelung für Haftungs- und Entschädigungsfragen. Das hat besonders für Entwicklungsländer große Bedeutung. Denn ihnen mangelt es oft an personellen und technischen Voraussetzungen, um Schäden nachzuweisen, die die grüne Gentechnik der konventionellen Landwirtschaft zufügen kann.

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisationen beim «Weltgipfel der Vielfalt» forderten auch gesetzliche Regelungen, die es ländlichen Regionen erlauben, die grüne Gentechnik zu verbieten. «Die Regionen müssen das Recht haben, sich für gentechnikfrei zu erklären», sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber, der in Bonn die Aktivisten unterstützte. Er appellierte an die Bundesregierung, sich auf EU-Ebene für eine entsprechende Neuregelung der Gentechnikgesetze einzusetzen.

Inzwischen haben sich in Deutschland 180 Bauern- und Verbraucherinitiativen gegründet, die aktiv gegen Gentechnik auf dem Acker vorgehen: Sie halten zusammen knapp eine Million Hektar frei von gentechnisch veränderten Organismen. (Yvonne Mabille, epd)

  • » Stadt Bonn zum Weltgipfel der Vielfalt
  • » Umweltinstitut München
  • » Greenpeace zum Thema Gentechnik
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