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Internationale Bankenkrise: 

Köhler fordert Regulierung der Finanzmärkte

14. Mai 2008 10:54
Bundespräsident Horst Köhler: Vermisse
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Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat der Bundespräsident den Banken die Hauptschuld an der internationalen Finanzkrise gegeben. Die Geldhäuser hätten den Markt in ein «Monster» verwandelt.

Bundespräsident Horst Köhler hat den Banken vorgeworfen, die Weltfinanzmärkte zu einem «Monster» entwickelt zu haben. «Wir waren nahe dran an einem Zusammenbruch der Weltfinanzmärkte», zitiert das Magazin «Stern» den Bundespräsidenten. Er vermisse immer noch, ein «klar vernehmbares mea culpa», sagte Köhler.

Köhler forderte eine strengere Regulierung: «Jetzt muss jedem verantwortlich Denkenden in der Branche selbst klar geworden sein, dass sich die internationalen Finanzmärkte zu einem Monster entwickelt haben, das in die Schranken gewiesen werden muss.»

Köhler: «Überkomplexität der Finanzprodukte»

Ganz offensichtlich hätten die Banker so viele Derivate geschaffen, dass sie am Ende selbst nicht mehr verstanden hätten, wie die wirkten, kritisierte das Staatsoberhaupt, das vor seiner Amtszeit Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF) war. «Die Überkomplexität der Finanzprodukte und die Möglichkeit, mit geringstem eigenem Haftungskapital große Hebelgeschäfte in Gang zu setzen, haben das Monster wachsen lassen», sagte Köhler.

Köhler beklagte, die Finanzmärkte hätten kaum noch Bezug zur Realwirtschaft. «Dazu gehören auch bizarr hohe Vergütungen für einzelne Finanzmanager.» Die Finanzwelt habe sich mächtig blamiert. Er vermisse noch immer ein Schuldbekenntnis.

Zur Kontrolle der Weltfinanzmärkte forderte der Bundespräsident eine «strengere und effizientere Regulierung». Erforderlich seien zudem «mehr Eigenkapitalunterlegung für Finanzgeschäfte, mehr Transparenz und auch eine globale Institution, die unabhängig über die Stabilität des internationalen Finanzsystems wacht». Köhler schlug vor, den IWF mit dieser Aufgabe zu betrauen.

Eine Zentralbank der Sparkassen statt sieben Landesbanken

Der Bundespräsident forderte zugleich eine strategische Überprüfung des deutschen Finanzsektors. «Die meisten Landesbanken haben offensichtlich kein tragfähiges Geschäftsmodell», kritisierte Köhler. Er habe daher schon vor seiner Zeit als Bundespräsident für die beste Lösung gehalten, die sieben beherrschenden Landesbanken zu einer Zentralbank der Sparkassen zu fusionieren. Auch die deutschen Privatbanken «sollten sich in einer Form konsolidieren, dass wir uns auf sie verlassen können». (dpa)


 
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