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Internationale Studie: 

Nur in Italien ist Strom teurer als bei uns

12. Mai 2008 14:53
Dieser Kontakt kostet 16,7 Prozent mehr Geld als noch vor einem Jahr
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Im Vergleich mit 13 Industrieländern zeigt sich, was Verbraucher hierzulande schon lange ahnen: Die Explosion beim Strompreis bringt Deutschland in eine zweifelhafte Spitzenposition. Experten erwarten noch weitere Steigerungen.

Deutsche Verbraucher zahlen für Strom mehr als fast alle anderen Bewohner von Industrieländern. Mit einem Strompreis von 11,51 Cent pro Kilowattstunde steht Deutschland im Vergleich von 14 Industrieländern an zweiter Stelle. Das ergab eine Studie des Beratungsunternehmens NUS Consulting, wie die Zeitung «Die Welt» berichtete. Derzeit ist Elektrizität demnach nur in Italien noch teurer als in Deutschland. Dennoch sehen die NUS-Experten erste Erfolge der Regulierungsbehörde, die für die Kontrolle der Durchleitungsgebühren zu ständig ist: Zwar seien die Übertragungskosten in Deutschland immer noch vergleichsweise hoch, immerhin aber etwas gesunken. Im Vorjahr hatte Deutschland hinter Italien und Österreich Platz drei der Liste belegt.

In den zwölf Monaten bis Ende April stiegen die Elektrizitätskosten der Studie zufolge um durchschnittlich 16,7 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren sei der Strom sogar um fast 70 Prozent teurer geworden, berichtete das Blatt. Die Experten rechnen auch in Zukunft mit möglicherweise zweistelligen Raten. «Die notwendigen Investitionen in die Netze und in erneuerbare Energien werden wir Verbraucher zahlen», sagte Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dem «Tagesspiegel am Sonntag». Der Strommarkt bleibe auf absehbare Zeit schwierig. Auch die Heizkosten dürften den Verbrauchern weiterhin Kopfzerbrechen bereiten: «Beim Ölpreis haben wir schon wieder eine Steigerung um 20 Prozent in diesem Jahr, im Herbst wird der Gaspreis dann auch um 20 Prozent steigen», so Kemfert.

Zum wachsenden Widerstand gegen neue Kohlekraftwerke wegen der schlechten CO2-Bilanz sagte die DIW-Energieexpertin: «Wir boykottieren alles: Windparks, den Netzausbau, Kernkraftwerke und die Kohle. Am Ende bleibt nichts mehr übrig.» Selbst der Anschluss des Offshore-Windparks bei Borkum ans Netz werde blockiert. Auf erneuerbare Energien zu setzen sei richtig, brauche aber Zeit. Sie sprach sich dafür aus, die Restlaufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern, wenn sich im Gegenzug die Stromkonzerne zu höheren Investitionen etwa in erneuerbare Energien oder in die Netze verpflichteten. «Im Moment haben wir energiepolitisches Chaos. An jeder Ecke.» Kemfert plädiert für ein Energieministerium, in dem «die Fäden zusammenlaufen, wo es eine Entscheidungsbefugnis gibt». (nz/AP/dpa)

 
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