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Europäische Zentralbank tagt in Athen: 

Leitzins im Euro-Raum bleibt bei vier Prozent

08. Mai 2008 18:04
EZB möchte stabile Preise
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Die Europäische Zentralbank hält an ihrer abwartenden Strategie fest. Wegen anhaltender Inflationsrisiken lassen die Währungshüter die Zinsen im Euroraum unverändert - trotz verhaltener Konjunkturaussichten.

Die Zinsen im Euro-Raum werden wegen der hohen Inflation voraussichtlich bis Ende 2008 unverändert bleiben. Die Europäische Zentralbank (EZB) erwartet eine «langanhaltende Phase» hoher Teuerungsraten von mehr als zwei Prozent - dies hält die Notenbank trotz der wirtschaftlichen Eintrübung auch in den nächsten Monaten von einer Zinssenkung ab. Die EZB ließ den Leitzins am Donnerstag bei 4,0 Prozent. Damit ist der Leitzins seit Juni 2007 konstant.

Kurz vor ihrem zehnten Geburtstag im Juni konzentriert sich die EZB ganz auf ihre Aufgabe, die Preise für die 320 Millionen Bürger im Euro-Raum stabil zu halten. «Wir haben nur eine Nadel in unserem Kompass und die ist auf die Preisstabilität ausgerichtet», betont EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach der auswärtigen Ratssitzung in Athen. Damit bestätige der Notenbankchef indirekt die Erwartung der Märkte, dass es in diesem Jahr keine Zinssenkung mehr geben wird.

Focus auf Teuerungsrate

Die Entscheidung für konstante Zinsen fiel nach Trichets Worten einstimmig: «Es gab keine Forderung im Rat nach einem Zinsschritt.» Da die Folgen der Finanzmarktkrise und der starke Euro die europäische Wirtschaft belasten, fordern Gewerkschaften und einige Politiker seit längerem niedrigere Zinsen. Sie machen Kredite für Unternehmen und Verbraucher billiger.

Doch die EZB sorgt sich mehr um die Teuerung als um die Konjunktur. Die Euro-Wirtschaft sei trotz einiger enttäuschender Wirtschaftsdaten nach wie vor auf dem Weg eines «moderaten, aber anhaltenden Wachstums», sagte Trichet. «Es gibt mal gute und mal schlechte Nachrichten.» Die Teuerungsrate in den 15 Euro-Ländern hatte sich im April zwar etwas von 3,6 auf 3,3 Prozent abgeschwächt, liegt aber weiter über dem Zielniveau von knapp 2,0 Prozent, bei dem die EZB Preisstabilität als gewahrt ansieht.

Standards für Firmen- und Immobilienkredite verschärft

Die internationale Finanzkrise werde länger dauern als gedacht. «Das Ausmaß der Unsicherheit an den Finanzmärkten ist ungewöhnlich hoch und die Spannungen halten an», sagte Trichet. Nach einer neuen Umfrage hätten die Banken im ersten Quartal ihre Standards sowohl für Firmenkredite wie auch für Immobilienkredite der Verbraucher verschärft.

Von einer Kreditklemme wollte der Notenbankchef aber nicht sprechen. «Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Finanzmarktturbulenzen zu Versorgungsengpässen am Kreditmarkt geführt haben.» Wegen der anhaltenden Krise stünden die Zentralbanken für weitere Milliardenspritzen bereit. Die EZB und andere Notenbanken hatten den Geschäftsbanken in den vergangenen Monaten wiederholt zusätzliche Milliarden bereitgestellt, um den ausgetrockneten Geldmarkt zu stabilisieren.

Die meisten Volkswirte rechnen Anfang 2009 mit niedrigeren Zinsen. Manche halten den Zeitpunkt für zu spät, weil Zinsänderungen erst nach etwa einem halben Jahr wirken. Denn die Banken geben die neuen Konditionen erst mit Verzögerung über Kredite an Firmen und Konsumenten weiter. Einig sind sich alle, dass die EZB jetzt noch nicht handeln kann. Denn von stabilen Preisen ist Euroland weit entfernt - das Inflationsmonster treibt weiterhin sein Unwesen. (nz/dpa)

 
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