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Magere Aussichten bei Elektrokonzern: 

Siemens-Gewinn bricht massiv ein

30. Apr 2008 07:54, ergänzt 09:14
Siemens macht weniger Gewinn als gedacht
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Verzögerungen und Probleme bei diversen Großprojekten dämpfen die Erwartungen bei Siemens: Wegen starker Einbrüche im Gewinn musste der Elektroriese seine Ergebnisprognose abschwächen.

Pannen in der Bahn- und der Kraftwerkssparte haben den Gewinn des Siemens-Konzerns im zweiten Quartal massiv einbrechen lassen. Das Ergebnis nach Steuern fiel um zwei Drittel auf 412 Millionen Euro. Vorstandschef Peter Löscher gab am Mittwoch in München auch einen schwachen Ausblick für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll zwar doppelt so stark wachsen wie die Weltwirtschaft. Aber das operative Ergebnis soll nur noch das «Vorjahresniveau erreichen». Und dabei seien die zu erwarteten Kosten der Korruptionsaffäre und der Umbauprogramme noch nicht berücksichtigt.

Der Auftragseingang wuchs im zweiten Quartal stark um zwölf Prozent auf 18 Milliarden Euro. Der Umsatz dagegen legte nur um ein Prozent zu auf 19,2 Milliarden, vor allem in Asien und Amerika bekam Siemens mehr Bestellungen. Das operative Ergebnis fiel aber um 32 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurück. Drei Bereiche machten sogar Verlust. Die Bahnsparte litt unter neuen Pannen bei Comino-Straßenbahnen und den Kosten des Transrapid-Projekts in Schanghai. Die Kraftwerkssparte rutschte wegen intern verursachter Verzögerungen in die roten Zahlen. Und auch die IT-Dienstleistung machten Verlust. Die Belastungen summierten sich auf 857 Millionen Euro. Die Überprüfung der Problemprojekte sei aber im Wesentlichen abgeschlossen, sagte Löscher.

Gut lief das Geschäft in der ertragsstärksten Sparte Automatisierungstechnik, der Medizintechnik und der Sparte Energieübertragung. Dagegen belasteten die Kosten des Konzernumbaus sowie die Folgen der Korruptionsaffäre den Konzerngewinn mit 506 Millionen Euro. Löscher betonte aber: «Wir halten an unseren Zielen für 2010 fest.»

«Wir gehen davon aus, dass die Folgen der Finanzkrise im Verlauf unseres kommenden Geschäftsjahres auch deutlicher in der Realwirtschaft ankommen werden», sagte er am Mittwoch in München laut Redetext. «Beim Auftragseingang im Breitengeschäft hier in Deutschland sehen wir bereits jetzt erste Anzeichen zunehmender Vorsicht der Kunden.» Zugleich fügte er hinzu: «Soweit sich die weltwirtschaftliche Entwicklung überschauen lässt, stellen wir uns auf die veränderten Bedingungen ein.» Der Konzern habe die richtigen Maßnahmen definiert.

Ursprünglich war Siemens davon ausgegangen, dass das Ergebnis der Bereiche in diesem Geschäftsjahr noch einmal doppelt so schnell wächst wie der Umsatz. 2006/07 kam Siemens bei einem Umsatz von 72,5 Milliarden Euro auf ein Ergebnis der Bereiche von 6,5 Milliarden Euro. (dpa/AP)

 
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