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Korruptionsaffäre: 

Fehlverhalten bei Siemens weltweit belegt

29. Apr 2008 16:44
Die Folgen der Affäre kosten den Konzern Millionen.
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Nach eingehenden Prüfungen stellt eine Kanzlei dem Konzern ein verheerendes Zeugnis aus: Die Rede ist nicht nur von direkter Bestechlichkeit. Auch interne Kontrollen sollen wiederholt unterlaufen worden sein.

Im Siemens-Konzern sind nach Untersuchungen der Anwaltskanzlei Debevoise & Plimpton «in nahezu allen untersuchten Geschäftsbereichen und in zahlreichen Ländern Belege für Fehlverhalten im Hinblick auf in- und ausländische Anti-Korruptionsvorschriften» gefunden worden. Das teilte der Konzern am Dienstag in einer Pressemitteilung in München mit.

Zu der Untersuchung der von Siemens beauftragten Anwaltskanzlei teilte das Unternehmen weiter mit, die gefundenen Belege umfassten nicht nur «direkte Korruptionsvorfälle, sondern vielfach auch Verletzungen von Vorschriften die sich auf die internen Kontrollen und die Korrektheit der Dokumentationen beziehen».

Schadenersatzansprüche werden geprüft

Der Konzern will nun Schadenersatzansprüche gegen ehemalige Siemens- Vorstandsmitglieder prüfen. Ein entsprechender Auftrag sei an den sogenannten Compliance-Ausschuss ergangen. Auch der Vorstand sei gebeten worden, etwaige Schadenersatzansprüche und deren Durchsetzbarkeit zu prüfen.

Untersucht wurden Entwicklungen dubioser Geschäftsvorfälle zwischen 1999 und 2006 «und über das Verhalten des Managements bei diesen Geschäftspraktiken». Der Aufsichtsrat sei zudem zu der Überzeugung gelangt, dass zu Einzelpersonen aus dem Kreis ehemaliger Vorstandsmitglieder derzeit keine konkreten Schlussfolgerungen möglich seien. Etwaige Konsequenzen für Einzelpersonen seien noch nicht entscheidungsreif. Es sei ein Gebot der Rechtstaatlichkeit, Fairness und Fürsorge vorschnelle Zuordnungen und Schlüsse zu vermeiden.

Aufsichtsrat bestätigt Vorstand

Der Siemens-Aufsichtsrat hat dem Vorstand trotz immer neuer Enthüllungen in der Schmiergeld-Affäre «erneut sein volles Vertrauen» ausgesprochen.

Der Technologiekonzern hat zwischen Januar und März im Zuge der Schmiergeldaffäre 175 Millionen Euro für Anwälte ausgegeben. Damit steige die Gesamtsumme für externe Compliance-Berater und das Abstellen von Schwächen im Kontrollsystem im Halbjahr auf 302 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag in München nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit.
(AP/dpa/dpa-AFX)

 
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