Hoffnung für Nokia-Beschäftigte:
Blackberry-Hersteller schafft in Bochum Jobs
23.04.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Allerdings wechseln die Nokia-Ingenieure ihren Arbeitsort: RIM siedelt seine Forschung nicht auf dem bisherigen Gelände des finnischen Handyherstellers an, sondern im Technologiepark der Bochumer Universität. Eine Produktionsstätte für Blackberrys soll in Deutschland indes nicht entstehen. RIM will zunächst 45 Millionen Dollar (28,5 Millionen Euro) investieren.
Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) sprach von einem «guten Tag» für Bochum und das Bundesland. Und sie fügte gleich hinzu: Subventionen erhalte RIM nicht. Die Bemerkung spricht für sich, schließlich streitet das Land immer noch mit Nokia über die Rückzahlung von Beihilfen in einem Umfang von fast 60 Millionen Euro, weil Nokia angebliche Arbeitsplatzzusagen bei dem Bochumer Handywerk nicht erfüllt hat.
«Die Nähe zur Universität wie auch zu unseren wichtigen Kunden Vodafone und T-Mobile waren entscheidend für die Wahl Bochums», erläuterte der RIM-Vize. So habe beispielsweise Vodafone sein Testzentrum in Düsseldorf. Auch T-Online befinde sich in der Nähe. «Hier ist einfach das Zentrum der Mobilkommunikation.» Mit diesen Pluspunkten habe Bochum das Rennen unter drei deutschen und einem weiteren europäischen Standort gemacht.
Nokia hatte Mitte Januar angekündigt, sein Bochumer Werk trotz schwarzer Zahlen aus Kostengründen zu schließen und die Produktion ins Billiglohnland Rumänien zu verlagern. Die Stilllegung betrifft nach Gewerkschaftsangaben mehr als 4000 Stellen beim Unternehmen, bei Zeitarbeitsfirmen und Zulieferern. Thoben sagte, das Land befinde sich mit Nokia in guten Gesprächen. «Wir hoffen, dass wir sie zeitnah abschließen.» Die Entscheidung von RIM könnte derweil auch gut für Nokia sein - damit könnte die zu zahlende Summe im Sozialplan geringer ausfallen. (nz/dpa/AP)

