Hoffnung für Nokia-Beschäftigte: 

netzeitung.deBlackberry-Hersteller schafft in Bochum Jobs

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Demonstration gegen die Nokia-Pläne (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Demonstration gegen die Nokia-Pläne
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Kurz vor der Schließung des Nokia-Werks in Bochum liegt eine erste Zusage für Ersatzarbeitsplätze vor - ganz ohne Subventionen, wie die Landesregierung betont. Mit Nokias Plänen hat die Neuansiedlung nichts zu tun.

Zumindest für einen Teil der von Schließung bedrohten Nokia-Mitarbeiter in Bochum keimt Hoffnung auf: Hoch qualifizierte Ingenieure aus dem dortigen Nokia-Entwicklungszentrum können darauf bauen, demnächst für den Hersteller der mobilen Blackberry-Computer zu arbeiten. Research In Motion (RIM) will in Bochum sein europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum ansiedeln.

Ab Juli sollen zunächst 140 bis 180 Mitarbeiter ihre Arbeit in der Revierstadt aufnehmen und mobile Kommunikationsgeräte speziell für den europäischen Markt entwickeln, wie RIM-Vizepräsident Thorsten Heins am Mittwoch in Düsseldorf bekannt gab. Etwa 60 bis 70 Prozent der neuen RIM-Mitarbeiter hätten bisher im Nokia-Entwicklungszentrum gearbeitet. Liefen die Geschäfte gut, könnte die Zahl der Beschäftigten schon bald auf 500 aufgestockt werden. RIM rechnet in Europa mit großen Steigerungsraten bei privaten Blackberry-Nutzern.

Allerdings wechseln die Nokia-Ingenieure ihren Arbeitsort: RIM siedelt seine Forschung nicht auf dem bisherigen Gelände des finnischen Handyherstellers an, sondern im Technologiepark der Bochumer Universität. Eine Produktionsstätte für Blackberrys soll in Deutschland indes nicht entstehen. RIM will zunächst 45 Millionen Dollar (28,5 Millionen Euro) investieren.

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) sprach von einem «guten Tag» für Bochum und das Bundesland. Und sie fügte gleich hinzu: Subventionen erhalte RIM nicht. Die Bemerkung spricht für sich, schließlich streitet das Land immer noch mit Nokia über die Rückzahlung von Beihilfen in einem Umfang von fast 60 Millionen Euro, weil Nokia angebliche Arbeitsplatzzusagen bei dem Bochumer Handywerk nicht erfüllt hat.

«Starker Standort»
Immerhin sieht die CDU-Politikerin die Entscheidung von RIM als Beleg, dass die Stadt im Ruhrgebiet ein «starker Standort» ist: «Die Standortqualität Bochums steht damit außer Zweifel.» Heins wiederum betonte, dass die Wahl von RIM nichts mit der Nokia-Schließung zu tun habe, das Unternehmen habe Bochum schon vorher im Blick gehabt.

«Die Nähe zur Universität wie auch zu unseren wichtigen Kunden Vodafone und T-Mobile waren entscheidend für die Wahl Bochums», erläuterte der RIM-Vize. So habe beispielsweise Vodafone sein Testzentrum in Düsseldorf. Auch T-Online befinde sich in der Nähe. «Hier ist einfach das Zentrum der Mobilkommunikation.» Mit diesen Pluspunkten habe Bochum das Rennen unter drei deutschen und einem weiteren europäischen Standort gemacht.

Nokia hatte Mitte Januar angekündigt, sein Bochumer Werk trotz schwarzer Zahlen aus Kostengründen zu schließen und die Produktion ins Billiglohnland Rumänien zu verlagern. Die Stilllegung betrifft nach Gewerkschaftsangaben mehr als 4000 Stellen beim Unternehmen, bei Zeitarbeitsfirmen und Zulieferern. Thoben sagte, das Land befinde sich mit Nokia in guten Gesprächen. «Wir hoffen, dass wir sie zeitnah abschließen.» Die Entscheidung von RIM könnte derweil auch gut für Nokia sein - damit könnte die zu zahlende Summe im Sozialplan geringer ausfallen. (nz/dpa/AP)