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Prognose der Mittelstandsbank: 

IKB-Verluste wohl geringer als erwartet

23. Apr 2008 14:23
IKB-Gebäude in Düsseldorf Foto: dpa
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Die angeschlagene Mittelstandsbank stand in den vergangenen Monaten mit Krisenmeldungen im Blickpunkt. Da kann selbst ein kleiner Verlust eine gute Nachricht sein.

Die krisengeschüttelte Düsseldorfer Bank IKB erwartet für das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr einen deutlich niedrigeren Verlust als vorhergesagt. Statt des im März prognostizierten Minus von 800 Millionen Euro geht das Management nur noch von einem Konzernverlust von 200 Millionen Euro aus.

Als Gründe für die Verbesserung der Prognose nannte das Institut unter anderem Bewertungsfragen und Steuereffekte, die im Zuge der Aufstellung des Jahresabschlusses zu dem neuen Bild geführt hätten. Die Mittelstandsbank will am 29. April Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2007/2008 vorlegen.

Schwere Turbulenzen wegen Fehlspekulationen

Wegen Fehlspekulationen mit zweitklassigen US-Hypothekenkrediten war das einst als grundsolide geltende Geldinstitut in schwere Turbulenzen geraten und hatte seine Verlustprognose in den vergangenen Monaten mehrfach korrigiert.

Seit Sommer 2007 brauchte das Institut zudem vom Bund immer wieder Kapitalspritzen in Milliardenhöhe, nachdem der Vorstand lange behauptet hatte, die Risiken aus der US-Hypothekenkrise bewegten sich im einstelligen Millionenbereich.

Nur mit mehreren milliardenschweren Rettungspaketen konnten die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Bund und Banken die IKB vor dem Zusammenbruch bewahren. Nun soll die ins Trudeln geratene Mittelstandsbank schnellstmöglich verkauft werden.

Koch wendet sich gegen Verkauf um jeden Preis

Hessens Ministerpräsident Roland Koch, warnte im «Handelsblatt» jedoch davor, das Geldinstitut um jeden Preis zu verkaufen. Der CDU-Politiker, der im Verwaltungsrat des Hauptaktionärs KfW sitzt, sagte dem Blatt: «Es ist die Verpflichtung der Gremien und des Vorstands, das Geld nicht zu verschenken.» Sollten die Angebote nicht ausreichen, müsse die Abwägung getroffen werden, ob die KfW das Geschäft der IKB über einen längeren Zeitraum betreiben könne, um die Geschäfte dann später an den Markt zu bringen.

Am 12. Mai endet die Frist für die Abgabe verbindlicher Offerten der Interessenten. Derzeit hält die bundeseigene KfW-Bankengruppe 43,4 Prozent der Anteile. Mit der Ende März beschlossenen Kapitalerhöhung um 1,5 Milliarden könnte der Anteil auf bis zu 90 Prozent steigen. (AP/dpa)

 
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