Projekt in Argentinien: 

netzeitung.deVon Pierer weist Schmiergeld-Vorwürfe zurück

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Heinrich von Pierer gerät immer stärker unter Druck. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Heinrich von Pierer gerät immer stärker unter Druck.
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Ein Manager hat den ehemaligen Siemens-Chef offenbar schwer belastet. Der bestätigt, dass es Gespräche mit der Münchner Staatsanwaltschaft gebe. Er könne sich deswegen nur «begrenzt» wehren.

Im Siemens-Korruptionsskandal hat der frühere Konzernchef Heinrich von Pierer gegen ihn laut gewordene Vorwürfe zurückgewiesen. «Diese Vorwürfe sind falsch», sagte er der «Welt am Sonntag» laut Vorabmitteilung. «Ich kann mich mit Blick auf die Gespräche mit der Staatsanwaltschaft, die auf meinen Wunsch am Freitag geführt wurden und am Montag fortgesetzt werden, im Moment in der Öffentlichkeit nur begrenzt gegen Vorwürfe wehren», wurde er weiter zitiert. «Süddeutsche Zeitung» und «Spiegel Online» hatten übereinstimmend von angeblichen Schmiergeldzahlungen für einen Siemens-Milliardenauftrag in Argentinien berichtet.

Ein Siemens-Manager habe in dieser Woche bei der Münchner Staatsanwaltschaft ausgesagt, Pierer habe ihn und einen Kollegen zu fragwürdigen Provisionszahlungen angehalten, schrieben die Medien. Als der Manager und sein Kollege Skrupel geäußert hätten, habe Pierer gesagt, die beiden sollten sich wie «Soldaten von Siemens» verhalten.

«Den Ausspruch Soldaten von Siemens habe ich nie benutzt. Das ist auch nicht meine Terminologie», sagte Pierer der «Welt am Sonntag» zufolge. Weder die Münchner Staatsanwaltschaft wollte diese Berichte auf Anfrage kommentieren noch ein Siemens-Sprecher. Dieser verwies auf die laufenden Ermittlungen in der Schmiergeld-Affäre.

Am Freitag hatten die Staatsanwälte auf Wunsch des früheren Konzernchefs ein Gespräch mit von Pierer und seinen Anwälten geführt, wie der Sprecher der Anklagebehörde, Christian Schmidt-Sommerfeld, der AP am Samstag sagte. Das Gespräch soll am Montag fortgesetzt werden. Zum Inhalt des Gesprächs wollte Schmidt-Sommerfeld nur sagen, es gehöre «in den Komplex der Siemens-Korruptionsaffäre». Bei dem Argentinien-Fall handelt es sich laut «Spiegel Online» um einen Auftrag zur Lieferung von Technik für elektronische Personalausweise im Jahr 1998 mit einem Volumen von einer Milliarde Euro. Dieses Projekt sei nach einem Regierungswechsel gestoppt worden und habe mit Schmiergeld «wieder in Gang» gebracht werden sollen, berichtete das Magazin. (AP)