18. Apr 2008 14:27, ergänzt 14:47
Angesichts der zuletzt pessimistischen Berichte sind Analysten und Investoren umso verblüffter über die sehr guten Quartalszahlen von Google. Die Maßnahmen gegen ungewollte Zufallsklicks scheinen sich auszuzahlen.
Allerdings hat Google für das gebremste Wachstum eine Erklärung, nämlich seine Maßnahmen gegen ungewollte Zufallsklicks. Das drückt zwar die Nutzungszahl, Google kann dadurch aber von den Anzeigenkunden mehr für den einzelnen, wertvolleren Klick verlangen, wie Konzernchef Eric Schmidt erläuterte. Dem stimmen Analysten zu: «Die Klickpreise steigen langsam, aber stetig», sagte Kevin Lee von der US-Marketingfirma Didit der Online-Ausgabe von «BusinessWeek». Laut Rob Sanderson von American Technology Research erhöhte sich bei Google der Erlös je bezahltem Klick im ersten Quartal um 17,2 Prozent.«Sehr zufrieden» sei er mit den Quartalszahlen, erklärte Google-Chef Schmidt – kein Wunder, sie liegen deutlich über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz war verglichen mit dem ersten Quartal 2007 um 42 Prozent auf 5,19 Milliarden Dollar gestiegen, der Überschuss um 30 Prozent auf 1,31 Milliarden Dollar. Die Google-Aktien schossen nachbörslich um mehr als 17 Prozent nach oben. Angesichts pessimistischer Aussichten hatten die Papiere seit Jahresbeginn rund ein Drittel an Wert verloren.
«Wir sind für 2008 und darüber hinaus sehr gut aufgestellt – unabhängig vom wirtschaftlichen Umfeld», sagte Schmidt mit Blick auf die derzeit schwache US-Konjunktur. Das hat auch damit zu tun, dass Google einen immer größeren Teil seines Geschäfts jenseits der US-Grenzen macht: Zum ersten Mal in der Firmengeschichte erzielte der Konzern mehr als die Hälfte seines Umsatzes außerhalb des Heimatmarktes.Besonders dort sieht Google noch ein «riesiges Wachstumspotenzial». Das Unternehmen dominiert den weltweiten Markt für Textanzeigen rund um die Websuche. Konkurrent Yahoo, der gerade die Auslagerung seiner Suchanzeigen zu Google testet, legt kommenden Dienstag seine Quartalszahlen vor. Darüber hinaus dehnt Google sein Geschäft auch mit Software-Tools via Internet aus und attackiert so die Office-Anwendungen von Microsoft. (mit dpa)