Internationale Finanzkrise:
Deutsche Bank schlägt Risikokredite los
14. Apr 2008 14:43
 |  Die Deutsche Bank will Kredite abgeben | Foto: dpa |
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Seit Beginn der Finanzkrise sind Kredite keine sichere Einnahmequelle mehr. Das Geldhaus sucht deshalb Käufer für Darlehen in Milliardenhöhe. Die Bank will die Kredite in mehreren Tranchen anbieten.
Nach einem Bericht der Online-Ausgabe des «Wall Street Journal» will das größte deutsche Geldhaus Darlehen zur Finanzierung von Übernahmen durch Beteiligungsfirmen im Volumen von bis zu 20 Milliarden Dollar (rund 13 Milliarden Euro) abgeben. Eine Gruppe verschiedener Private-Equity-Häuser habe bereits Interesse signalisiert. Die Deutsche Bank lehnte am Montag eine Stellungnahme ab.
Die Citigroup hatte bereits in der vergangenen Woche einen Verkauf dieser «Leveraged Loans» eingefädelt. Eine Investorengruppe habe der US-Bank zugesagt, Kredite in Höhe von zwölf Milliarden Dollar zu übernehmen, hieß es in den Kreisen.
Abschlag bei Verkauf von Darlehen
Die vergleichsweise riskanten Kredite für Übernahmefinanzierungen lassen sich wegen der weltweiten Finanzkrise derzeit nur äußert schwer weiterverkaufen. Das führte bei Banken rund um den Globus bereits zu milliardenschweren Abschreibungen. Zum 31. Dezember 2007 waren auf den Büchern der Deutschen Bank 35 Milliarden Euro von solchen Krediten, bei der Citigroup waren es 43 Milliarden Dollar. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wollen beide Banken bereits bis zur Bekanntgabe ihrer Quartalszahlen erste Darlehen verkauft haben.
Angesichts der Marktturbulenzen lassen sich die Darlehen in der Regel derzeit nur mit einem Abschlag verkaufen. Bei der Citigroup lag der Preis für das veräußerte Portfolio Finanzkreisen zufolge bei rund 90 Prozent des Nominalwerts. Nach «Financial-Times»-Informationen sind die Finanzinvestoren Apollo, Blackstone und Texas Pacific Group mögliche Abnehmer des Pakets der Citigroup. Diese Investoren sind angeblich auch mit der Deutschen Bank im Gespräch. (nz/AP)