03. Apr 2008 10:33
Über seine Verantwortung für die Milliardenbelastungen der Landesbank war schon länger spekuliert worden. Nun hat der Verwaltungsrat Vorstand Gribkowsky abberufen.
Die Belastungen der BayernLB aus der Finanzkrise liegen nach einem Bericht der «Augsburger Allgemeinen» bei 2,3 Milliarden Euro und sind damit nicht so hoch wie zuletzt befürchtet. Die echten Verluste im Bereich der Finanzanlagen wurden für das Jahr 2007 demnach angeblich mit 336 Millionen Euro beziffert. Neben der Rating-Agentur Moody's hatte zuletzt auch Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein Befürchtungen geäußert, dass sich die bisher auf 1,9 Milliarden Euro bezifferten Belastungen verdoppeln könnten. Der Vorsitzende des Bayerischen Städtetages und Mitglied im BayernLB-Verwaltungsrat, Hans Schaidinger (CSU), sagte im Bayerischen Rundfunk zu den Gesamtzahlen: «Wir werden nach wie vor einen Gewinn ausweisen.» Die Bank sei trotz der Finanzkrise gut aufgestellt. Zwar habe die BayernLB Geld verloren, «aber bisher weniger als 100 Millionen Euro», erläuterte Schaidinger.
Der abberufene Gribkowsky gehörte dem Vorstand seit Anfang 2003 an. In den vergangenen Tagen war in Presseberichten allerdings immer wieder über seine Ablösung spekuliert worden. Gribkowsky wurde demnach für die Milliardenbelastungen der Bank im Zuge der Finanzkrise mitverantwortlich gemacht. Nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» galt außerdem sein Verhältnis zum BayernLB-Verwaltungsratsvorsitzenden und bayerischen Sparkassenpräsidenten Siegfried Naser als zerrüttet. (dpa)