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Krise der Mittelstandsbank: 

IKB-Aufseher machen Vorstand zum Sündenbock

27. Mrz 2008 12:54, ergänzt 14:51
Aufsichtsrat der IKB wäscht Hände in Unschuld
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Auf der Suche nach den Gründen für die akute Schieflage der Mittelstandsbank hat der Aufsichtsrat seine Unschuld beteuert und sieht den - längst zurückgetretenen - Vorstand in der Verantwortung. Eine Sonderprüfung soll Klarheit schaffen.

Der Aufsichtsrat der Mittelstandsbank IKB hat eine Mitschuld an der Schieflage des Kreditinstituts zurückgewiesen. «Wir sind unseren Pflichten nachgekommen», sagte Aufsichtsratschef Ulrich Hartmann auf der Hauptversammlung der Bank in Düsseldorf.

Hartmann teilte mit, das Kontrollgremium sei ebenso wie die Aktionäre von der Existenzkrise des Instituts im Juli vergangenen Jahres überrascht worden. Bis zur Bekanntgabe der Fehlspekulationen auf dem US-Hypothekenmarkt hätten dem Aufsichtsrat bekannte Prüfungen keinerlei Hinweise auf Risiken ergeben. Über Probleme mit zweitklassigen US-Krediten sei das Gremium erst zu spät durch den Vorstand informiert worden, betonte er. «Wir hatten keine Chance, das Risiko zu erkennen und die Existenzkrise abzuwenden», so Hartmann.

Aktionärsschützer sehen dagegen den Aufsichtsrat der Bank in der Verantwortung. Er habe eine Kontroll- und Beratungsfunktion, die er offensichtlich nicht ausgeübt habe, sagte der Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) am Donnerstag dem Deutschlandradio Kultur. Der Aufsichtsrat stehe in der Verantwortung und solle davon auch nicht befreit werden

Wichtiger Tagesordnungspunkt der Hauptversammlung ist die von der Bundesregierung vorgeschlagene aktienrechtliche Sonderprüfung bei der IKB. Sie soll über die staatseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), den Haupteigner der Bank, beantragt werden und die Hintergründe der seit Monaten andauernden Turbulenzen klären. Die geplante Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat wird damit verschoben.

Mit der angekündigten Sonderprüfung will das Finanzministerium «volle Transparenz über das aus unserer Sicht einwandfreie Verhalten des Aufsichtsrates herstellen», wie ein Sprecher von Finanzminister Peer Steinbrück sagte. Im Aufsichtsrat der IKB sitzt unter anderem Jörg Asmussen, der im Finanzministerium für die Finanzmarktpolitik zuständig ist. Die Verantwortung für die Probleme aus den riskanten Geschäften mit US-Immobilienkrediten sieht das Finanzministerium allein beim früheren Vorstand, der schlecht informiert habe. Unter anderem der Vorstandssprecher Stefan Ortseifen und Finanzchef Volker Doberanzke hatten im Zuge der Krise ihren Rücktritt erklärt.

Mittelstand gegen weitere Finanzspritzen des Bunds

Gegen weitere Finanzspritzen aus Steuergeldern zur Rettung der IKB hat sich unterdessen der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, ausgesprochen. «Es darf nicht sein, dass die Sanierung der IKB zu Lasten der KfW und damit letztlich auf Kosten aller Betriebe und Bürger erfolgt», sagte Ohoven.

Mehr als acht Milliarden Euro zur Deckung der Verluste müssten genug sein, betonte der Mittelstandspräsident. Für ihn stelle sich die Frage, ob eine geordnete Insolvenz unter dem Strich nicht die kostengünstigere Variante für den Steuerzahler wäre. «Damit würde der Finanzstandort Deutschland zugleich ein ordnungspolitisch richtiges Signal geben», so Ohoven.

Als Lehre aus der aktuellen Krise müsse die Bundesregierung die Bankenaufsicht von Grund auf reformieren und verschärfen, forderte Ohoven. So gehörten in die Aufsichtsräte der Kreditinstitute ausschließlich Finanzexperten. Wenn der Aufsichtsrat der IKB jede Mitverantwortung für das Desaster von sich weise, zeige das den «akuten Handlungsbedarf». (nz/AP)

 
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