Netzeitung Logo

 
DruckenVersenden
 

Investoren fordern Zerschlagung: 

Tui-Chef droht Kampfabstimmung über Kurs

10. Mrz 2008 13:56
Tui-Logo auf dem Dach der Konzernzentrale in Hannover
Bild vergrößern
Tui-Chef Frenzel hält an der Schifffahrtssparte fest, widerstrebende Investoren fordern eine Abspaltung. Auf der Hauptversammlung droht der Showdown: Einer der rebellierenden Aktionäre hat einem Bericht zufolge genügend Verbündete gefunden.

Dem Touristikkonzern Tui steht Anfang Mai ein spektakuläres Aktionärstreffen ins Haus. Der norwegische Großreeder John Fredriksen hat nach eigenen Angaben die erforderliche Mehrheit für eine Zerschlagung des Konzerns vermutlich beisammen, wie die «Financial Times Deutschland» berichtet. Sie zitiert einen Vertrauten Fredriksens mit den Worten: «Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir auf der Hauptversammlung die nötige Mehrheit von 75 Prozent haben werden.»

Der Multimilliardär selbst hält bislang etwa fünf Prozent an Tui, hat demnach aber weitere Tui-Aktien erworben. Ein Tui-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. Er sagte lediglich, dass sich der Aufsichtsrat am kommenden Montag mit den strategischen Optionen des Konzerns beschäftigen werde.

Kampfabstimmung gegen Frenzel

Fredriksen strebt dem Bericht zufolge eine Abspaltung der Tui-Reedereitochter Hapag-Lloyd an. Bei einem so genannten Spin-Off würde die Reedereitochter als eigenständige Gesellschaft aus dem Mutterkonzern herausgelöst und könnte dann mit anderen Reedereien fusionieren. Das ist offenbar Fredriksens Ziel: In der Containerschifffahrt komme es auf Größe an, zitiert die «FTD» den Fredriksen-Vertrauten. Für Hapag-Lloyd – derzeit die Nummer fünf der Branche weltweit – könnte daher ein Zusammenschluss mit einer anderen Reederei Sinn ergeben.

Eine Abstimmung auf der Hauptversammlung für eine Zerschlagung wäre ein Affront gegen Tui-Chef Michael Frenzel. Der hegt ganz andere Pläne: Früheren Berichten zufolge will Frenzel Hapag-Lloyd als eigenständige AG auflösen und in den Mutterkonzern eingliedern. Als Frenzels Fürsprecher gilt die Stadt Hamburg, die ein Interesse hat, die Schifffahrtstochter in der Hansestadt zu halten. Der Tui-Chef will den Sitz der Holding zudem nach Hamburg verlegen, wo Hapag-Lloyd heute schon sitzt.

Tui-Chef Michael Frenzel
Bild vergrößern
Erst im November 2007 war Frenzels Vertrag als Vorstandsvorsitzender bis Ende März 2012 verlängert worden. Er steht seit 1994 an der Spitze des Konzerns. Vor allem der US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte hatte Frenzel wegen der schwachen Kursentwicklung mehrfach Missmanagement vorgeworfen und seine Ablösung gefordert. Dagegen unterstützt der russische Stahlmagnet Alexej Mordaschow, der gut fünf Prozent an Tui hält, Frenzel bislang. (nz)
 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Wirtschaftssysteme rund um den Globus: 
Die Varianten des Kapitalismus
Erwartungen an den Weltfinanzgipfel: 
Große Runde, kleiner gemeinsamer Nenner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.