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Fotoagentur stellte sich selbst zum Verkauf: 

Finanzinvestor übernimmt Getty Images

26. Feb 2008 11:26
Fahnen vor der Zentrale von Getty Images in Seattle
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Die mühsame Suche nach einem Käufer für die führende Bildagentur Getty war trotz Finanzkrise erfolgreich: Der Finanzinvestor Hellman & Friedman bietet mehr als zwei Milliarden Dollar.

Der scharfe Wettbewerb am Bildmarkt hat der weltgrößten Fotoagentur Getty Images zugesetzt – der Aktienkurs, im November 2005 noch bei über 94 Dollar, fiel bis Januar 2008 auf 21,80 Dollar. Damit wurde das Unternehmen attraktiv für eine Übernahme: Jetzt hat der US-Finanzinvestor Hellman & Friedman zugeschlagen. Er bietet den Getty-Aktionären 34 Dollar pro Anteilsschein in bar, wie Getty in New York bekannt gab.

Das Angebot beinhalte einen Aufschlag von 55 Prozent auf den Kurs von Mitte Januar, als Getty seine Verkaufsabsichten öffentlich machte, hieß es. Am Montag schlossen Getty bei 31,67 Dollar. Inklusive der Übernahme von Schulden beträgt der gesamte Kaufpreis rund 2,4 Milliarden Dollar. Getty bietet exklusive Bilder von Profifotografen an.

Billig-Konkurrenz im Netz

Getty Images wurde 1995 von Mark Getty, einem Enkel des Ölmilliardärs John Paul Getty, gegründet. Die Bild- und Videoagentur ist durch Zukäufe rasch gewachsen, zu den Kunden gehören Medien und Werbeagenturen. Das Internet als riesiger Markt und günstiger Vertriebsweg brachte allerdings eine Vielzahl neuer Konkurrenten hervor. Im Web finden sich Sites, die Fotos oft für nur einen Dollar verkaufen, während Getty für manche - wenn auch qualitativ hochwertigere - Bilder teils mehr als 1000 Dollar verlangt. Größe Wettbewerber sind Jupitermedia und die private Agentur Corbis des Microsoft-Gründers Bill Gates.

Im Januar hatte Getty mitgeteilt, man erwäge einen Verkauf des Unternehmens. Berichten zufolge war der Bieterwettbewerb aber nur zäh angelaufen – eine Übernahme ist angesichts der Krise an den Kreditmärkten derzeit weitaus schwerer zu finanzieren als früher. Dem Vernehmen nach waren aber einige private Beteiligungsgesellschaften an Getty interessiert.

Der Übernahme müssten die Aktionäre noch zustimmen und ihre Anteile verkaufen, teilte Getty weiter mit. Den Aktionären werde die Annahme der Offerte empfohlen. Das Geschäft soll im zweiten Quartal abgeschlossen werden. Getty erzielte im Jahr 2006 einen Umsatz von 807 Millionen Dollar, der Nettogewinn lag bei 130 Millionen Dollar. Der Käufer Hellman & Friedman ist auch in Deutschland bekannt: Die Private-Equity-Firma war zusammen mit Haim Saban am TV-Konzern ProSiebenSat1 beteiligt und hält Anteile am Axel-Springer-Verlag. (nz)

 
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