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Konsolidierung in Videospiel-Branche: 

Top-Position ist Electronic Arts Milliarden wert

25. Feb 2008 12:37
Erfolgsspiel aus dem Hause Electronic Arts: Die 'Sims'
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Electronic Arts in Zugzwang: Dem Hersteller von Computerspielen wie «Sims» und «Fifa» droht der Verlust der Marktführerschaft. Jetzt schlägt EA zurück - mit einer Milliarden-Offerte für einen Konkurrenten.

In der Videospiele-Branche zeichnet sich eine Großübernahme ab. Die weltweite Nummer eins der Computerspiel-Hersteller, Electronic Arts (EA), hat den Aktionären des Konkurrenten Take 2 Interactive ein feindliches Kaufangebot unterbreitet, wie das «Wall Street Journal» berichtet. Take 2 ist vor allem für seine Spieleserie «Grand Theft Auto» bekannt, EA unter anderem für die «Sims»-Reihe und Sportspiele wie das Fußballgame «FIFA» oder «Madden NFL».

Demnach bietet EA insgesamt zwei Milliarden Dollar für Take 2. Die Offerte liege bei 26 Dollar je Aktie – darin wäre ein Aufschlag von 50 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag enthalten. Laut EA beträgt die Prämie sogar 63 Prozent im Vergleich zum Durchschnittskurs der letzten 30 Handelstage vor der Angebotsabgabe.

Das Management von Take 2 hat das Angebot als zu niedrig zurückgewiesen. Es verweist vor allem auf das vor der Markteinführung stehende Spiel «Grand Theft Auto IV», das Ende April erscheinen soll und als eine der wichtigste Neuerscheinungen des Jahres im Videospielesektor gilt. Daher bezeichnete der Präsident von Take 2, Strauss Zelnick, die jetzige Offerte von EA als «opportunistisch»: Vor der Veröffentlichung neuer Spiele steigen häufig die Aktienkurse der Unternehmen. Deshalb sei das Angebot «bedauerlicherweise unterbewertet».

EA vor Verlust der Marktführerschaft

Electronic Arts steht unter Zugzwang: Das Unternehmen steht im Begriff, seine Marktführerschaft einzubüßen. Im Dezember gaben die Konkurrenten Activision und die Spielesparte des französischen Konzerns Vivendi, Vivendi Games, bekannt, zum neuen Konzern Activision Blizzard zu fusionieren. Damit würden sie EA als weltgrößten Vertriebler von Spiele-Software ablösen. Noch müssen die Kartellbehörden der Fusion zustimmen. Zu den Verkaufsschlagern des neuen Konzerns gehören «Guitar Hero» und das Online-Spiel «World of Warcraft».

Damit kommt EA unter Druck – was die Aktionäre und das Management von Take 2 durchaus für sich nutzen könnten, um den Preis noch hochzutreiben. In einem Interview hatte EA-Chef John Riccitiello Take 2 als ein «ungeheuer attraktives Objekt» bezeichnet und betont, Take 2 könne bei EA eine bessere Heimat finden, da EA einen größeren Vertrieb habe und mehr Möglichkeiten biete, Take-2-Spiele auf zukünftig immer wichtiger werdenden Geräten wie etwa Handys zu verwerten.

Angebot schon aufgestockt

Spiel von Take 2: 'Grand Theft Auto'
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Bei dem jetzigen Angebot handelt es sich offenbar schon um eine nachgebesserte Offerte. Bereits im vergangenen Jahr hatten beide Seiten laut «Wall Street Journal» Gespräche geführt, doch habe EA im Frühjahr 2007 die Verhandlungen beendet – damals trat der heutige EA-Chef Riccitiello neu an und konzentrierte sich zunächst um eine Neuorganisation des Unternehmens. Im Dezember seien die Gespräche wieder aufgenommen worden. EA bot dem Bericht zufolge Anfang Februar 2008 rund 25 Dollar je Aktie, zwei Wochen später wurde die Offerte um je einen Dollar aufgestockt.

Doch Take 2 gibt sich weiter ablehnend. Immerhin ist das Unternehmen aber bereit, weitere Gespräche mit dem Wettbewerber zu führen – allerdings erst, wenn «Grand Theft Auto IV» auf dem Markt ist, also frühestens Ende April. Man wolle sich erst einmal auf den Start des neuen Videospiels konzentrieren und sich nicht mit solchen Verhandlungen ablenken lassen, teilte Take 2 mit.

 
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