Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Energieriese verliert Viertelmillion Kunden: 

Hohe Strompreise bescheren RWE Gewinn

22. Feb 2008 13:35
RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann hat es derzeit nicht leicht
Bild vergrößern
Die Aussichten für den Energieriesen RWE sind trüb. Dem Stromanbieter laufen die Kunden weg, Gewinn macht der Konzern nur noch durch die steigenden Energiepreise.

Der Energiekonzern RWE hat wegen des wachsenden Wettbewerbs auf dem deutschen Strommarkt im vergangenen Jahr etwa 250.000 Kunden verloren. Das entspricht einem Minus von rund 3,6 Prozent. «Die See wird rauer», sagte Konzernchef Jürgen Großmann am Freitag bei der Vorstellung der Bilanz 2007 in Essen. Nun will der Energieriese mit innovativen Angeboten wie beispielsweise Strom mit einer dreijährigen Preisgarantie gegensteuern.

Außerdem will der Konzern nach Jahren der Konsolidierung wieder im Ausland wachsen. Unter Druck sieht sich RWE auch zunehmend durch staatliche Auflagen und die Regulierungsbehörden. Die verschärften Rahmenbedingungen im CO2-Emmissionshandel und weitere Kürzungen der Netzentgelte werden das RWE-Ergebnis Großmann zufolge im laufenden Jahr mit mehr als 1,5 Milliarden Euro belasten. Der Konzern geht deshalb mit deutlich gedämpften Gewinnerwartungen in das Jahr 2008.

Ein deutliches Plus dank hoher Strompreise

Beim Betriebsgewinn rechnet der RWE nicht - wie in den vergangenen Jahren - mit deutlichen Zuwächsen, sondern will lediglich «mindestens das Niveau des Vorjahres» erreichen. 2007 bescherten die hohen Strompreise dem Konzern trotz der Kundenverluste noch ein deutliches Plus. Der zweitgrößte deutsche Energieversorger steigerte sein Betriebsergebnis um fast 15 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Das um Einmaleffekte bereinigte nachhaltige Nettoergebnis erhöhte sich sogar um 21 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro.

Das in der Bilanz ausgewiesene Nettoergebnis lag mit 2,7 Milliarden Euro um fast ein Drittel unter dem Vorjahreswert. Dies begründete der Konzern mit Einmaleffekten wie dem Verkauf von Thames Water, die 2006 das Ergebnis um 1,6 Milliarden Euro aufgebläht hatten. Der Umsatz des Energieriesen stagnierte 2007 bei 42,5 Milliarden Euro.

«Mehr Wachstum, weniger CO2!».

Doch soll die Zeit der Umsatzstagnation nach dem Willen des neuen Konzernchefs schon bald der Vergangenheit angehören. Großmann verordnete RWE eine neue Zukunftsstrategie unter dem Motto «Mehr Wachstum, weniger CO2!». Vor allem das Auslandsgeschäft soll kräftig ausgebaut werden. Geplant sind der Markteintritt in der Türkei und die Ausweitung des Engagements in Südosteuropa. Aber auch in Russland prüft RWE die Optionen. Insgesamt soll der Ergebnisanteil des Auslands bis 2012 von derzeit 36 auf rund 50 Prozent steigen. Deutlich ausbauen will der Konzern auch sein Engagement bei erneuerbaren Energien.

Die Kapazitäten bei Windkraft, Wasserkraft und Co. sollen von derzeit 1100 Megawatt auf 4500 Megawatt im Jahr 2012 und mehr als 10.000 Watt im Jahr 2020 ausgebaut werden. Dadurch und durch neue, effizientere Kraftwerke will der Konzern seinen CO2-Ausstoß bis 2012 um mehr als 20 Prozent reduzieren. Auch im Gasgeschäft will RWE wachsen. Die Öl- und Gasgewinnung soll bis 2013 verdoppelt werden, der Anteil am deutschen Gasmarkt von acht auf zehn Prozent steigen. Die Ertragsziele sind mittelfristig ebenfalls ehrgeizig.

Das betriebliche Ergebnis soll durch organisches Wachstum bis 2012 um durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr gesteigert werden. Das nachhaltige Nettoergebnis will der Konzern bis 2012 im Schnitt um fünf bis zehn Prozent erhöhen. Vorläufig als gesichert sieht Großmann die Zukunft des Kernkraftwerks Biblis an. «Wir werden beide Blöcke bis über das Ende des Jahres 2009 in Betrieb halten», kündigte der Manager an. Damit kann der Konzern weiter hoffen, nach der nächsten Bundestagswahl von einer möglichen Verlängerung der Kraftwerkslaufzeiten zu profitieren. (AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
 
Marktanteil unter einem Prozent: 
VW will Rückstand in Indien aufholen
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.