Doch soll die Zeit der Umsatzstagnation nach dem Willen des neuen Konzernchefs schon bald der Vergangenheit angehören. Großmann verordnete RWE eine neue Zukunftsstrategie unter dem Motto «Mehr Wachstum, weniger CO2!». Vor allem das Auslandsgeschäft soll kräftig ausgebaut werden. Geplant sind der Markteintritt in der Türkei und die Ausweitung des Engagements in Südosteuropa. Aber auch in Russland prüft RWE die Optionen. Insgesamt soll der Ergebnisanteil des Auslands bis 2012 von derzeit 36 auf rund 50 Prozent steigen. Deutlich ausbauen will der Konzern auch sein Engagement bei erneuerbaren Energien.Die Kapazitäten bei Windkraft, Wasserkraft und Co. sollen von derzeit 1100 Megawatt auf 4500 Megawatt im Jahr 2012 und mehr als 10.000 Watt im Jahr 2020 ausgebaut werden. Dadurch und durch neue, effizientere Kraftwerke will der Konzern seinen CO2-Ausstoß bis 2012 um mehr als 20 Prozent reduzieren. Auch im Gasgeschäft will RWE wachsen. Die Öl- und Gasgewinnung soll bis 2013 verdoppelt werden, der Anteil am deutschen Gasmarkt von acht auf zehn Prozent steigen. Die Ertragsziele sind mittelfristig ebenfalls ehrgeizig.
Das betriebliche Ergebnis soll durch organisches Wachstum bis 2012 um durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr gesteigert werden. Das nachhaltige Nettoergebnis will der Konzern bis 2012 im Schnitt um fünf bis zehn Prozent erhöhen. Vorläufig als gesichert sieht Großmann die Zukunft des Kernkraftwerks Biblis an. «Wir werden beide Blöcke bis über das Ende des Jahres 2009 in Betrieb halten», kündigte der Manager an. Damit kann der Konzern weiter hoffen, nach der nächsten Bundestagswahl von einer möglichen Verlängerung der Kraftwerkslaufzeiten zu profitieren. (AP)