22. Feb 2008 13:06, ergänzt 13:18
Er selbst sieht sich als Sündenbock: Der Frührentner war in der Personalabteilung für die Beziehungen zum Betriebsrat verantwortlich und sorgte dort für gute Stimmung – mit Luxusreisen und Sexparties.
In der Öffentlichkeit ist Klaus-Joachim Gebauer ein vollkommen unbeschriebenes Blatt gewesen - bis die VW-Affäre ihn in kurzer Zeit weithin bekannt machte. Gebauer war in der VW-Personalabteilung in Wolfsburg für die Beziehungen zum Betriebsrat verantwortlich. Er zog die Strippen, organisierte Reisen, Aufenthalte in Nobelhotels und Partys mit Prostituierten - alles auf VW-Kosten. Insgesamt war er 32 Jahre bei Volkswagen beschäftigt. Dann flog er raus - fristlos. Denn im Juni 2005 waren erste Berichte aufgetaucht über Schmiergelder und undurchsichtige Finanztransaktionen bei VW, an denen er beteiligt gewesen sein soll. Er verlor die Verfahren vor dem Arbeitsgericht gegen VW und lebt jetzt als Frührentner.
Das Braunschweiger Landgericht verurteilte den 63-Jährigen am Freitag zu einer einjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung - Gebauer habe zwar unter Druck gestanden, aber er habe auch selbst profitiert. Im Zuge der Ermittlungen nutzte Gebauer sein Wissen und berichtete in vielen Details über das von ihm organisierte Programm. Er selbst sieht sich als Sündenbock - er habe im Auftrag von Ex- Personalvorstand Peter Hartz gearbeitet, um für gute Stimmung unter den Betriebsräten zu sorgen. (dpa)