Trotz erneuten Konzernwachstums: 

netzeitung.deContinental streicht Tausende Jobs

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Strammer Kurs: Continental streicht Tausende Stellen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Strammer Kurs: Continental streicht Tausende Stellen
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Der Automobilzulieferer will die Synergieeffekte aus der Übernahme der Siemens-Tochter VDO erhöhen und 2000 Stellen abbauen. Dem Standort Wetzlar droht die Schließung.

Continental-Chef Manfred Wennemer setzt seinen strammen Kurs fort. Nach Bekanntgabe der Jahreszahlen am Donnerstag, die dem Automobilzulieferer zum sechsten Mal in Folge ein Rekordergebnis bescheinigten, kündigte er an, im Zuge der Integration der ehemaligen Siemens-Tochter VDO rund 2000 weitere Stellen zu streichen. Bis Ende Januar seien bereits 1800 durch Fluktuation frei gewordene Jobs nicht neu besetzt worden. Für die Beschäftigten am VDO-Standort Wetzlar bedeutet dies das Aus. 450 Mitarbeitern werde wegen fehlender Folgeaufträge «mit großer Wahrscheinlichkeit» gekündigt, so Wennemer.

Kritik hagelt es bereits von Seiten der Gewerkschaft IG Metall. Sie hat den Autozulieferer vor Entlassungen und der Schließung von Werken gewarnt. Aktionärsinteressen dürften nicht der alleinige Maßstab der Unternehmenspolitik sein, sagte Bezirkschef Hartmut Meine am Donnerstag in Hannover. «Wer das will, hat mit erheblichem Widerstand der IG Metall zu rechnen». Die Gewerkschaft fordere Conti auf, den Restrukturierungsprozess ohne betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen zu gestalten. Ein Abbau von Arbeitsplätzen im Produktionsbereich sei nicht nachvollziehbar.

Auch bei den Aktionären kommt keine Freude auf. Sie müssen womöglich für längere Zeit auf eine Dividendenerhöhung verzichten, da Wennemer der Rückzahlung von Schulden Vorrang einräumen will. Für 2007 sollen die Anteilseigner erneut zwei Euro je Aktie erhalten, und auch 2008 und 2009 seien keine Steigerungen zu erwarten. Bis Ende 2010 sollen die Schulden das Eigenkapital nicht mehr übersteigen, Ende 2007 lag die Relation bei 158 Prozent. Dabei erlaubten die Marktbedingungen derzeit keine Auflage einer Hybridanleihe, die als wichtiges Instrument zur Finanzierung gedacht war und die teilweise als Eigenkapital gewertet wird. Auch eine Kapitalerhöhung sei derzeit nicht geplant, hieß es.

Wennemer sagte, das Unternehmen habe ohne die im Dezember gekaufte VDO im Jahr 2007 einen Umsatz von 15,96 Milliarden Euro erreicht. Das sind 7,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Das operative Ergebnis (Ebit) für die alte Continental verbesserte sich gegenüber 2006 um 14,9 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro. Den Beitrag von VDO im Dezember eingerechnet stieg der Conti-Konzernumsatz sogar um 11,6 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro. Das Ebit verbesserte sich mit VDO um 4,6 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro. Das entspricht einer Umsatzrendite für 2007 von 10,1 Prozent nach 10,8 Prozent im Vorjahr.

Für 2008 peilt der Conti-Chef abermals eine deutliche Steigerung von Umsatz und Gewinn an. Der Umsatz soll über den von Conti und VDO zusammen erreichten 26,4 Milliarden Euro liegen. „Wir wollen ein Wachstum von etwa fünf Prozent erreichen«, so Wennemer. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) solle vor Abschreibungen und Integrationskosten dann über den 9,3 Prozent des Vorjahrs liegen. Alle VDO-Bereiche sollen so schnell wie möglich die Renditevorgabe von zehn Prozent erreichen. (nz/dpa-afx)