Stellenabbau bei Dresdner Bank:
Auch Allianz wirft ein Auge auf die Postbank
21. Feb 2008 09:30, ergänzt 12:33
 |  Die Allianz AG hat ein gutes Geschäftsjahr hinter sich | Foto: AP |
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Trotz eines Gewinneinbruchs bei der Dresdner Bank hat der Finanzkonzern Allianz einen Rekordgewinn erzielt. Die Bank im Konzern muss nun allerdings bluten - und kriegt möglicherweise bald Zuwachs.
Europas größter Versicherer Allianz hat einen Rekordgewinn von acht Milliarden Euro erzielt und macht sich zudem Gedanken über die Postbank: «Wir sind ein Marktteilnehmer und werden uns mit dem Thema auseinandersetzen», sagte Allianz-Chef Michael Diekmann am Donnerstag in München. Zuvor hatte die «Financial Times Deutschland» über ein Interesse der Allianz an dem Geldinstitut berichtet.
Mit einem Kauf der Postbank könnte die Allianz ihre Tochter Dresdner Bank erheblich stärken. Als potenzielle Käufer sind derzeit vor allem die Deutsche Bank und die Commerzbank im Gespräch. Diekmann sagte zudem, durch einen Verkauf der Postbank könne die «notwendige Konsolidierung» der Branche einen guten Schritt vorankommen. «Ich begrüße das sehr, dass ein bisschen Bewegung in den Markt kommt», sagte Diekmann bei der Vorlage der Jahreszahlen.Der Gewinn der Allianz wuchs um eine Milliarde. Die Dividende für das abgelaufene Jahr soll um 45 Prozent steigen, von 3,80 Euro für das Vorjahr auf nun 5,50 Euro.
Umsatz leicht gestiegen
Der Umsatz des Allianz-Konzerns stieg im vergangenen Jahr leicht von 101,1 auf 102,6 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn legte auf 10,9 Milliarden Euro zu, der Überschuss stieg auf 7,966 Milliarden Euro und übertraf den Rekordwert des Vorjahrs erneut um eine Milliarde Euro. Den Löwenanteil trug die Schadens- und Unfallversicherung bei. Das stärkste Wachstum verzeichneten die Lebens- und Krankenversicherung sowie die Vermögensverwaltung. Das Eigenkapital der Allianz-Gruppe sank von 50 auf 48 Milliarden Euro. Diekmann sagte, trotz der aktuellen Probleme sei die Allianz in einer starken Position, um ihre mittelfristigen Ziele zu erreichen.
«Die Allianz ist in einer starken Position, um die Herausforderungen im Jahr 2008 zu meistern und ihre mittelfristigen Ziele zu erreichen», sagte Vorstandschef Michael Diekmann. In stärkerem Maße als üblich beeinflussten jedoch die Finanzmärkte und ihre weitere Entwicklung die Geschäftsergebnisse.
Bei Sorgenkind Dresdner Bank werden Stellen gestrichen
Sorgenkind bleibt die Dresdner Bank. Das Versicherungsgeschäft lief rund, aber der Betriebsgewinn der Banktochter halbierte sich auf 730 Millionen Euro. Das Investmentbanking, das nach Einschätzung des Allianzvorstands ohnehin nur im Mittelfeld mitspielt, wurde von den Turbulenzen am Kreditmarkt gebeutelt und musste 1,3 Milliarden Euro im Handelsbuch abschreiben. Die Führung des Mutterkonzerns zieht daraus Konsequenzen und streicht bei der Investmentbank Dresdner Kleinwort 450 Arbeitsplätze. Ein Großteil des Stellenabbaus sei bereits umgesetzt, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann in München. Zudem werde das Geschäft mit strukturierten Kreditprodukten zurückgefahren.
Insgesamt habe sich die Dresdner Bank aber einschließlich weiter Teile der Investment-Bank im vergangenen Jahr trotz des Gewinneinbruchs insgesamt noch gut geschlagen. «Schaut man sich vergleichbare Institute etwas genauer an, so schneidet die Dresdner Bank in der gegenwärtigen Krise sogar einigermaßen respektabel ab.» (AP/dpa-afx)